Die Gebr. Märklin & Cie.
GmbH ist ein Spielzeughersteller im schwäbischen
Göppingen. Märklin ist heute vor allem für seine
Modelleisenbahnen bekannt. Märklin ist derzeit mit 126 Mio €
Jahresumsatz vor den Mitbewerbern wie Hornby mit 69 Mio €
Jahresumsatz, Roco mit 35 Mio € Jahresumsatz und Fleischmann mit 21
Mio € Jahresumsatz (Umsatzzahlen Stand 2007) Marktführer der
europäischen Modelleisenbahnbranche.
Inhalt:
- Firmengeschichte
- Unternehmen und Markt
- Spurweiten
-
Spur 1
-
Spur H0
-
Mittelleiter-Wechselstrom
-
Gleistypologie der Spur H0
-
HOBBY-Programm
-
Spur N
-
Spur Z
-
Digitale Steuerungen
-
Markennamen
-
ANTEX
-
PRIMEX
-
MINEX
-
HAMO
-
TRIX
-
LGB
-
Hübner
-
Andere Produkte
-
Märklin SPRINT
-
Metallbaukästen
-
Metal Military Mission
-
Märklin als Sammlerobjekt
-
Märklin-Insiderclub
-
Märklin-Händler-Initiative (MHI)
- Märklinist
Firmengeschichte
Das Unternehmen wurde 1859 von Theodor
Friedrich Wilhelm Märklin (* 2. April 1817 in Tieringen bei
Balingen; † 20. Dezember 1866 in Göppingen) gegründet und
begann zunächst mit der Herstellung von Puppenküchen.
Theodor Friedrich Wilhelm Märklin war seit 1840 in Göppingen
wohnhaft und als Flaschnermeister selbständig. Er heiratete 1859
Caroline Hettich, die in der Firma mitarbeitete und als Vertreterin
ganz Süddeutschland und die Schweiz bereiste. Sie soll die erste
weibliche Reisende ihrer Zeit gewesen sein. 1866 starb Theodor
Friedrich Wilhelm Märklin, seine Frau konnte das Unternehmen
aber für die Söhne erhalten. Eugen und Karl Märklin
übernahmen die Firma ab 1888 als Gebr. Märklin. Die
Produktpalette umfasste zu dieser Zeit Puppenküchen, Karren
jeglicher Art, Modelle von Schiffen, Karussells, Kreisel und
Bodenläufer.
Durch geschickte Firmenpolitik wie etwa
den Aufkauf des Blechspielzeugherstellers Lutz in Ellwangen im Jahr
1891 expandierte das Unternehmen. Im gleichen Jahr präsentierten
die Gebrüder Märklin auf der Leipziger Frühjahrsmesse
erstmalig eine Eisenbahn als Uhrwerkbahn mit Schienenanlage in Form
einer Acht. Damit legten die beiden Unternehmer den Grundstein zu dem
Welterfolg der Spielzeugeisenbahn von Märklin. Märklin ist
es zu verdanken, dass in dieser Zeit auch die Spurweiten
vereinheitlicht wurden, die in ihren Grundzügen noch weltweit
gelten. Bis dahin gab es unter den Modelleisenbahnen Unterschiede in
den Größen, die es verhinderten, einzelne Teile
verschiedener Bahnen miteinander zu kombinieren, selbst wenn sie vom
selben Hersteller stammten. Märklin selbst nutzte damals die
Spur 1 (Maßstab 1:32).
1909 umfasste die Produktpalette 90
verschiedene Dampfmaschinenmodelle, das Puppenstuben- und
Küchenzubehör, Karussells, Autos, Flugzeuge, Schiffe,
Kreisel und Metallbaukästen. Ab 1926 wurde die Bahn elektrisch
mit 20 V Wechselstrom (zunächst noch mit einer Glühlampe
als „Vorwiderstand“) eingeführt, das ohne die
Laufzeitbeschränkung der Uhrwerke oder Spiritus-Brennzeit
funktionierte. 1929 kamen zu den schwarz-messingfarbenen Teilen der
Metallbaukästen farbige Teile hinzu.
Mit den Jahren wurde die
Modelleisenbahn immer mehr zum wichtigsten Produkt von Märklin.
1935 trat Fritz Märklin in die Geschäftsführung ein.
Zur Herbstmesse diese Jahres stellte die Firma eine Tischeisenbahn in
der Spurweite 00 vor – mit einem Maßstab von 1:87 nur halb so
groß, wie die bis dahin kleinste Spur 0 (1:43 oder 1:45). Die
an ein WC erinnernde Bezeichnung 00 für den Maßstab 1:87
änderte man 1950 in „Halb-Null“, mit der bis heute üblichen
Abkürzung H0, gesprochen als „Ha Null“. Durch den rasanten
Anstieg der Absatzzahlen von Modelleisenbahnen in den 1950er und
1960er Jahren wurde Märklin zu einem der weltweit größten
Anbieter dieser Branche.
1969 kam mit der „neuen Spur 1“ die
Traditionsbaugröße von 1891 zurück in den
Märklin-Katalog, zunächst allerdings nur als Spielbahn
ausgelegt. Eine BR 80 und eine Diesel-Werkslokomotive zogen erste
Personen- und Güterwagen dieser alten Spurweite in Wohnzimmern
und Gärten. Ab 1978 wurde die Baugröße eher
professionell ausgerichtet, 1984 kam dann auch das legendäre
„Schweizer Krokodil“ dorthin. 1994 erlebte die Spur 1 ihre
Renaissance mit der klassischen Blech-Technologie als „Maxi-Bahn“,
die jedoch inzwischen wieder eingestellt ist.
1972 kam als Neuheit die Spur Z im
Maßstab 1:220, genannt „Mini-Club“, zur Nürnberger
Spielwarenmesse heraus, damals eine Sensation und bis 2007 die
kleinste in Großserie hergestellte Modellbahn.
Ab 1984 wurde für H0 und Spur 1 eine digitale
Mehrzugsteuerung angeboten. Bis zu 80 Loks konnten jetzt unabhängig
voneinander in einem Stromkreis über bis zu 256 Weichen oder
Signale hinweg gesteuert werden. Inzwischen können Computer
bestimmte Steuerungsaufgaben der ursprünglich firmeneigenen
Steuer-Chips übernehmen und die Zahlen der steuerbaren Loks und
Weichen ist auf utopische Werte gestiegen, die selbst für
Sammler und Großanlagen mehr als ausreichend sind.
In der Nacht zum 18. Januar 2005 wurde
in das firmeneigene Märklin-Museum eingebrochen. Entwendet
wurden die Exponate der historischen Spur 1 sowie alle ausgestellten
Fahrzeuge der Spur 0 und die Schiffe von vor 1910, Dampfmaschinen und
unersetzliche Prototypen der Spur 00. Das älteste Fahrzeug des
Museums, die erste Lokomotive von 1891, ist ebenfalls gestohlen
worden. Der Schaden belief sich auf über 1 Mio. Euro. Die
Kriminalpolizei konnte den Fall bereits im März 2005 aufklären,
und die Exponate sind seit Mai 2005 wieder in der Ausstellung zu
sehen.
Seit Beginn
des 20. Jahrhunderts befand sich das Unternehmen im Eigentum der
Familien Märklin, Friz und Safft. 1997 übernahm Märklin
den bis dahin eigenständigen Mitbewerber Trix aus Nürnberg.
Am 11. Mai 2006 wurde die Gebr. Märklin GmbH nach einigen Jahren
sinkender Umsätze und zuletzt Verlusten an die britische
Finanzgruppe Kingsbridge Capital verkauft[2]. Kingsbridge Capital ist
wiederum eine Tochtergesellschaft der österreichischen Hardt
Group. Die neuen Gesellschafter sehen Wachstumspotential aufgrund der
Bekanntheit der Marke insbesondere bei Sammlern. Mittelfristig wird
eine Sanierung und der Weiterverkauf angestrebt. Zum 1. Februar 2007
wurde Axel Dietz Geschäftsführer und Teilhaber des
Unternehmens.
Am 26. Juli 2007 wurde die Übernahme
der Lehmann-Gross-Bahn, der insolventen Firma Ernst Paul Lehmann
Patentwerk OHG durch Märklin bekanntgegeben.
Am 22. August 2007 wurde die Firma Hübner Feinwerktechnik
GmbH in den Märklin Firmenverbund integriert. Alle Werkzeuge
sowie das Fertigwaren- und Ersatzteillager gingen an Märklin.
Die Lieferung der Fertigware, die Ersatzteilversorgung und der
Reparaturservice werden in vollem Umfang zentral von Göppingen
aus fortgeführt.
Unternehmen und Markt
In jüngerer Zeit sind die
Firmenübernahme von Trix und die Weiternutzung der in Thüringen
(Sonneberg) beheimateten früheren DDR-Spielwarenproduktion
markant geworden, um die hohen Lohnkosten der Handarbeit am
traditionellen Standort Göppingen zu einem Teil auszugleichen.
Der Markt für hochwertige
Spielwaren, insbesondere Modelleisenbahnen, ist seit Jahren unter
Druck, seit sich für technisch interessierte Kinder und
Jugendliche neben den klassischen Freizeitthemen Sport, Modellbau und
Modelleisenbahnen auch der Computer in die Kinderzimmer bewegte und
die Modelleisenbahnhersteller auf diese Tendenzen nicht hinreichend
reagieren oder reagieren können. Märklin versuchte diesem
Trend unter Beibehalt der Bindung an den Fachhandel zu begegnen,
indem ein Trend zu immer höherwertigen und aufwendig
verarbeiteten Sammlermodellen lanciert wurde, die jedoch zuvorderst
ein kleines und zahlungskräftiges Publikum fortgeschrittenen
Alters ansprechen. Teils wurde diese Klientel auch wieder verprellt,
indem formgleiche oder -ähnliche Modelle in großer Farben-
und Bedruckungsvielfalt zu stolzen Preisen an den Markt gebracht
wurden. Sammlermodelle von Lokomotiven kosten meist über 200
Euro, bis hin zu Zugsets wie dem Northlander, der als Sammelobjekt
privat in der Größenordnung von 1700 Euro gehandelt wird.
Wer als Sammler bei Märklin auf „Vollständigkeit“
sammeln will, muss extrem finanzstark sein; Anfang der 2000er Jahre
betrug der Summenpreis der Produkte eines Märklin-Katalogs der
meistgesammelten Spurweite H0 ca. 65.000 DM, und ca. ein Viertel
davon stand zur jährlich ergänzenden Beschaffung von
Neuerscheinungen an.
Auch beschritt Märklin eigene Wege
zur Steuerungstechnik der Modellbahnen; das von Märklin
verwendete sogenannte Motorola-Format war lange Zeit
exklusiv, proprietär und mit funktionalen Einbußen
versehen, was die Feinfühligkeit der Steuerung von Lokomotiven
anbelangte. In jüngster Zeit wurden daher wieder Versuche
unternommen, dem Produkt Modellbahn eine breitere Basis zu
verschaffen (ein Märklin-Manager prägte den Satz „Wer das
erste Gleis in das Kinderzimmer wirft, hat gewonnen.“): Märklin
beging einen Traditionsbruch und bot Einsteiger-Sets im
Weihnachtsgeschäft auch bei Discountern an – ein Jahr zuvor
hatte man dies noch öffentlich abgelehnt. Wie erfolgreich diese
Aktion war, ist fraglich, da den Packungen zum einen keine
Händlerliste beilag und zum anderen die Sets branchenweit extrem
subventioniert wurden, so dass beim Nachkauf schon des ersten Wagens
oder gar einer Lok ein Preisschock auf die Kunden zukam.
Die Konkurrenten von Märklin (im
wesentlichen Fleischmann und Roco) haben im Grunde die gleichen
Probleme, bis auf Fleischmann sind aber alle bereits im Ausland tätig
geworden. So werden zum Beispiel bei Piko alle Loks aus dem einfachen
Hobby-Programm in Asien hergestellt. Aber auch die Fertigung eines
Teils der Märklin-Produktpalette ist bereits nach Fernost
ausgelagert, in welchem Maße, ist nicht genau bekannt.
Spurweiten
Spur 1
Als derzeit größte Baugröße
bietet Märklin seit 1969 nach langen Jahren der Unterbrechung
wieder ein Sortiment in der Spur I an. Die Ausrichtung dieser
Baugröße, mal als Spielbahn und mal als reine Profi-Bahn,
wechselte in den Folgejahren mehrfach. Anfangs war das ganze Programm
als reine Spielbahn gedacht, wurde dann aber ab 1978 mit der
Einführung der P8 (Baureihe 38) in Richtung einer
professionellen Modellbahn ausgebaut.
Ab 1994 versuchte man
zusätzlich unter der Marke „Märklin-Maxi“ eine
Spielbahn aus Metall parallel zum Spur-1-Profisortiment für
erwachsene Kunden zu positionieren. Nachdem das Maxi-Sortiment aber
schon in den Jahren nach 1999 erheblich reduziert worden war, wird
die Marke „Märklin-Maxi“ seit 2005 nicht mehr genutzt,
obwohl einige Modelle aktuell noch angeboten werden.
Durch
Übernahme der Fa. Hübner 2007 erfolgte eine deutliche
Ausweitung des Profisortiments.
Spur H0
Den größten Anteil am
Sortiment und am Umsatz hat die Spur H0 (Maßstab 1:87), die
Märklin im Jahre 1935 etwa ein halbes Jahr nach Trix einführte.
Diese Spurweite ist heute weltweit am weitesten verbreitet.
Märklin ist in der Spurgröße
H0 Marktführer in Deutschland. Der Marktanteil von Märklin
liegt bei ca. 50%. Im Bereich der Spur H0 existieren damit zwei etwa
gleich große Segmente – zum einen das
Zweileiter-Gleichstromsystem mit zahlreichen kleinen Herstellern, zum
anderen das Mittelleiter-Wechselstromsystem, welches von Märklin
dominiert wird. In diesem Segment ist Märklin der einzige
Vollsortiment-Anbieter.
Das Angebot von Märklin umfasst in
dieser Spurweite ein komplettes Sortiment aus Rollmaterial, Gleisen,
analogen und digitalen Steuerungen, einem Oberleitungssystem sowie
weiteren Zubehörteilen. Die Auswahl an Rollmaterial umfasst eine
breite Palette an Modellen, hauptsächlich nach Vorbildern aus
Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern.
Diese Länder stellen auch die Hauptabsatzmärkte für
Märklin dar. Daneben gibt es einige Modelle nach Vorbildern aus
den USA, Dänemark, Schweden und Italien, verstreut auch aus
anderen europäischen Ländern, die primär für
hiesige Sammler, teilweise für den Export an dortige
Märklin-Fans gedacht sind. Reisezugwagen wurden dabei aus
Kompatibilitätsgründen bisher auf einen Maßstab von
ungefähr 1:100, neuere auf 1:93,5 verkürzt.
Mittelleiter-Wechselstrom
Während die Mehrzahl der
Hersteller Modelle primär für das
Zweileiter-Gleichstromsystem anbietet, bei denen die beiden
isolierten Schienen als Leiter eingesetzt werden, verwendet Märklin
ein Wechselstromsystem, bei dem in Schienenmitte Punktkontakte
eingelassen sind. Die Stromabnahme von diesem isolierten Mittelleiter
erfolgt über den charakteristischen Schleifer auf der Unterseite
der Fahrzeuge. Das System wird manchmal fälschlicherweise als
Dreileiter-Wechselstrom-System bezeichnet, aus technischer
Sicht ist aber die Bezeichnung Mittelleiter-Wechselstromsystem
korrekt, da beide Schienen elektrisch miteinander verbunden sind und
somit einen gemeinsamen Leiter (Masse) bilden.
Als Vorteil des Systems gilt eine
höhere Betriebssicherheit, da die Kontaktfläche zwischen
Lokomotive und Schiene gegenüber dem
Zweileiter-Gleichstromsystem deutlich größer ist.
Praktische Erfahrungen mit beiden Systemen, etwa im
Großanlagenbetrieb im Miniatur-Wunderland in Hamburg,
bestätigen diese Aussage jedoch nicht, dort besitzen alle
Wechselstrom-Züge einen zweiten Schleifer unter dem ersten Wagen
des Zuges. Die symmetrische Stromzuführung macht auch
Gleisfiguren (z.B. Kehrschleifen) problemlos möglich, die bei
Zweileiter-Systemen aufgrund der asymmetrischen Stromzuführung
nur mit speziellen Schaltungen machbar sind. Dies hat zur Folge, dass
Radsätze bei Gleichstrombahnen ein- oder zweiseitig isoliert
sind, während dies bei Märklin nicht nötig ist bzw.
zur Auslösung von Schaltvorgängen auch nicht sein darf.
Fahrzeuge sind dadurch auf dem jeweils anderen Schienensystem nur mit
ausgetauschten Radsätzen einsetzbar - ein Service, den der
Fachhändler beim Kauf eines neuen Wagens normalerweise kostenlos
macht.
Neben den Unterschieden des
elektrischen Systems unterscheidet sich auch die
Rad-Schiene-Geometrie des Mittelleiter-Wechselstromsystems leicht von
dem des Zweileiter-Gleichstromsystems. Die Räder stehen etwas
weiter zusammen und die Spurkränze sind minimal größer
(1,4 statt 1,2 mm). Dies ist weniger vorbildgerecht als bei den
Gleichstrombahnen. Allerdings ist zu sagen, dass beide Maße
weit von Maßstäblichkeit weg sind, welche einen Spurkranz
von 0,36 mm erfordern würde. Dadurch wird die Gefahr von
Entgleisungen deutlich reduziert. Insbesondere schlecht konstruierte
zweiachsige Wagen können in der Regel auf unsauber verlegten
Gleisanlagen nicht mit niedrigen Spurkränzen fahren; sie zeigen
wie auch steifere Triebfahrzeuge eine erhöhte
Entgleisungsneigung. In Amerika sind niedrigere Spurkränze
inzwischen die Norm, erleichtert wurde die Umstellung durch die fast
ausschließlich benutzten Drehgestellwagen mit mindestens vier
Achsen und nicht benötigten Kurzkupplungskulissen.
Mittlerweile bieten die meisten Gleichstromhersteller auch
Wechselstrommodelle an. Umgekehrt vertreibt Märklin seine
Modelle teilweise über das Tochterunternehmen Trix auch im
Gleichstromsegment.
Gleistypologie der Spur
H0
Die Metallgleise (M-Gleise)
prägten jahrzehntelang das Bild der Märklin-Eisenbahn. Sie
bestehen in der Urform von 1935 aus einem hellbraunen Böschungskörper
aus Blech, auf den die Schienen als Vollprofile aufgesetzt sind. Um
die Optik edler erscheinen zu lassen, bekam die Gleisbettoberfläche
einen Lacküberzug. Der Mittelleiter war durchgehend ausgeführt.
Die Produkte der Nachkriegszeit sind aufgrund des Materialmangels
dieser Jahre im Aussehen etwas unterschiedlich. Ab 1952 wurden die
Vollprofilschienen durch Hohlprofil abgelöst, ohne optisch einen
Unterschied zu zeigen - in erster Linie, um die Gleise zu einem
günstigeren Preis (0,75 DM gegenüber 1,25 DM für 1/1
Gleis) anbieten zu können.
Ab 1953 wurde zunächst ein
komplett neuentwickeltes Modellgleis mit eingesetzten Schwellen aus
Kunststoff und darin verschweißten Punktkontakten angeboten.
Dieses Gleis hatte, bedingt durch die aufwändige Fertigung,
einen deutlich höheren Verkaufspreis (1,50 DM gegenüber
0,60 DM für 1/1 Gleis), so dass es sich am Markt nicht
durchsetzte und kurz darauf vom Markt genommen wurde. Stattdessen
wurde das alte M-Gleis ab 1956 durch so genannte Punktkontakte
aufgewertet und nun jahrzehntelang mit nur kleinen Änderungen,
wie Überarbeitungen an den Weichen, weiterproduziert. Als
Nachteil erwies sich die Rostanfälligkeit der Strom führenden
und beweglichen Teile, wenn eine Modellanlage wechselnder
Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Zudem verbiegt das Gleis durch das
dünne Blech leicht mehr oder minder irreparabel. 2000 wurde das
M-Gleis aus dem Sortiment genommen.
Das ohne Bettung zur eigenen
Einschotterung gefertigte K-Gleis (Kunststoff-Gleis) kam Ende
der 1960er Jahre auf den Markt und brachte neben der verbesserten
Optik flexibel verlegbare Gleise und verlängerte „schlanke“,
vorbildgerechtere Modellbahnweichen. Die schlanken Weichen waren
ursprünglich mit beweglichen Herzstücken ausgestattet, wie
moderne Schnellfahrweichen des Vorbildes. Da der Mechanismus der
beweglichen Herzstücke nicht auf Dauer zuverlässig
arbeitete, wurde später auf feste Herzstücke umgestellt.
Nachdem in den ersten Jahren für die Schienen noch Hohlprofile
wie beim M-Gleis Verwendung fanden, erfolgte ab 1982 die Umstellung
auf höherwertiges Vollprofil aus rostfreiem Stahl, was eine
erhöhte Betriebssicherheit brachte.
Das aktuelle C-Gleis (Stand
2006) wird seit Ende der 1990er Jahre als M-Gleis-Nachfolger
angeboten. Das mit Bettung im Wesentlichen in anthrazitfarbenem
Kunststoff gefertigte C-Gleis verbindet hohe Betriebssicherheit (u.a.
Trittfestigkeit) mit einfach zu handhabender und betriebssicherer
„Click“-Verbindung (daher der Name). Das C-Gleis wurde aus dem
sogenannten Gleis 2000 der erfolglosen
Alpha-Kinderproduktlinie (von 1988 bis 1996) weiterentwickelt.
Damit unterschiedliche Gleissysteme miteinander kombiniert werden
können, gibt es bis heute Übergangsgleise von einem
auf das andere Gleissystem zu kaufen - die verschiedenen Varianten
des Metallgleises sind dabei untereinander kompatibel.
HOBBY-Programm
Um auch Modellbahneinsteiger und
weniger kaufkräftige Kunden zu bedienen, setzte Märklin von
1991 bis 2005 auf das „HOBBY“ genannte Produktprogramm. Nachdem
jahrelang hauptsächlich Auslaufmodelle im HOBBY-Programm weiter
angeboten wurden, stellte Märklin im Jahre 2004 mit dem Modell
der Baureihe 185 erstmals eine vollständig neu konstruierte,
relativ preiswerte Lokomotive für dieses Sortiment vor. Schon
2005 wurde jedoch dieses Programm wieder eingestellt, mit der
Begründung, dass alle Märklin-Artikel „mit den
Märklin-typischen Merkmalen der Betriebssicherheit,
Dauerhaftigkeit und des Werterhalts“ ausgestattet wurden – viele
der HOBBY-Modelle werden jedoch weiterhin im Programm angeboten. Es
werden jedoch weiterhin – wie inzwischen von diversen Anbietern –
neue Lokmodelle im unteren Preissegment neu entwickelt.
Spur N
Ende der 1960er Jahre hatte Märklin
an einer eigenen Bahn in der Spur N gearbeitet, die Planungen jedoch
zugunsten der noch kleineren Spur Z wieder aufgegeben. Es blieb bei
einigen Handmustern, in Serie gingen diese Modelle jedoch nie.
Somit kam Märklin erst 1997, mit
der Übernahme von Trix, zu einem größeren Sortiment
in dieser Spurweite. Trix bietet seine Bahnen der Spur N unter dem
Markennamen MINITRIX an.
Spur Z
Märklin führte mit der im
Maßstab 1:220 ausgeführten Spur Z im Jahre 1972 die
kleinste in Serie produzierte Modelleisenbahn unter dem Markennamen
„Miniclub“ ein. Im Jahre 2007 wurde dieser Rekord jedoch durch
einen japanischen Hersteller mit der Spur T im Maßstab 1:450
gebrochen.
Digitale Steuerungen
Märklin führte 1984 als einer
der ersten Modellbahn-Hersteller ein Digitalsystem ein, das Märklin
Digitalsystem für das H0 3-Leiter Mittelleiter System, mit dem
bis zu 80 Lokomotiven unabhängig voneinander gesteuert werden
können. Das System wurde im Laufe der Jahre weiter verbessert,
so dass am Ende bis zu fünf Zusatzfunktionen pro Lok geschaltet
werden konnten. Mit dem Aufkommen von Märklin Systems (s.u.)
wurde dieses System jedoch eingestellt.
Ein von Märklin für HAMO kurz
darauf angebotenes Gleichstrom-Digitalsystem wurde trotz besserer
technischer Eigenschaften aufgrund Erfolglosigkeit nach wenigen
Jahren vom Markt genommen.
Ab 1992 wurde das DELTA-System
als kostengünstiges, aufwärtskompatibles Mehrzugsystem für
bis zu vier Fahrzeuge für Einsteiger angeboten. Es stellte eine
abgespeckte Version des Motorola-Systems dar, mit nur maximal fünf
gleichzeitig steuerbaren Fahrzeugen und nur einer Lokfunktion.
Seit dem Jahre 2004 gibt es Märklin
Systems, welches mit dem bisherigen Motorola-System kompatibel ist.
Das System hat als Neuerung u. a. eine begrenzte Bidirektionalität:
die Loks melden sich automatisch bei der Steuereinheit an. Die
Fahrgeräte haben eine Anzeige, in der die Loks mit Namen
bezeichnet werden. Die neuen Decoder bieten statt maximal fünf
nun bis zu 16 schaltbare Funktionen und die Anzahl der
Geschwindigkeitsstufen wurde von 14 auf 128 erweitert, die der
Lokadressen von 80 auf über 16000.
Markennamen
Für einige Märkte verwendet der Märklin-Konzern
eigene Markennamen. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals
eigenständige Unternehmen, teilweise um extra hierfür
kreierte Namen.
ANTEX
Unter dem Markennamen „ANTEX“
verkaufte Märklin von 1964 bis 1968 in den Niederlanden und in
Belgien Zugpackungen. Die Packungen enthielten neben einem Fahrgerät
und einem Gleisoval eine Tenderlok (Basis Märklin 3029 bzw.
Primex 3020) in Einfach-Ausführung sowie zwei Rungenwagen.
Kunden konnten ihre ANTEX-Bahn bedarfsweise mit Märklin-Produkten
ausbauen.
PRIMEX
Von 1969 bis 1992 verkaufte Märklin
unter der Zweit-Marke „PRIMEX“ stark vereinfachte, jedoch
kompatible Modellbahnprodukte für das Kundensegment der
Modellbahneinsteiger. Auffallend war die orangefarbene
PRIMEX-Verpackung mit weißem Aufdruck. Vornehmlich wurden die
PRIMEX-Produkte in Supermärkten und Kaufhäusern vertrieben.
Abgestimmt auf diese Vertriebsschiene, wurde Primex als Vollsortiment
mit Gleismaterial, Fahrgeräten und einer großen Palette an
Zubehörteilen wie Gebäuden, Figuren, Straßenfahrzeugen
sowie Material zur Landschaftsgestaltung angeboten. Das
Zubehörmaterial wurde zum großen Teil von Firmen wie dem
dänischen Hersteller Heljan zugekauft. Das Gleismaterial
entsprach dem M-Gleis von Märklin, jedoch farblich vereinfacht
und in der Auswahl eingeschränkt. Als weitere
Sortimentsergänzung wurden Holzspielzeuge vertrieben.
Die unter dem Namen PRIMEX angebotenen
Modelle wurden später dem sonst üblichen Märklin-Standard
angeglichen. Am Ende wurden sogar weitgehend oder teilweise neu
konstruierte Lokomotiven und Triebwagen vorgestellt. Bis heute ist
der Markenname durch Märklin geschützt. Die letzte unter
diesem Markennamen veröffentlichte Lokomotive ist eine Dampflok
023 033-4 der DB - eine Replik der 1954 erschienenen Lok 23 014
(Artikel-Nr. DA 800 bzw. 3005), allerdings mit modernerem Innenleben
(Delta-Modul anstelle des elektromechanischen Umschaltrelais) -
welche im Jahr 2000 zur Aufrechterhaltung der Markenrechte und
anlässlich des Jubiläums dieser Dampflok wieder aufgelegt
wurde.
MINEX
Eine fast unbekannte Marke von Märklin
ist die Märklin-MINEX-Bahn. Von 1970 bis 1972 wurde unter dieser
Marke eine Schmalspurbahn im Maßstab 1:45 angeboten, welche auf
dem vorhandenen H0-Gleismaterial lief. Der Name leitet sich von einem
Vorkriegs-Metallbaukasten mit Aluminium-Elementen der Fa. Märklin
ab, er wurde außerdem 1976 für eine Variante des
Baukastensystems Märklin-plus genutzt.
HAMO
Der Markenname „HAMO“ stammt von
einer bis 1963 eigenständigen Firma aus Nürnberg, die von
Märklin aufgekauft wurde. 1966 präsentierte Märklin
unter dem Namen HAMO die ersten Zweileiter-Gleichstrom-Lokmodelle mit
Radsätzen und Stromaufnahmen für den Gleichstrombetrieb.
Die Abwandlung der Modelle ist dabei so gering wie technisch möglich,
was einen Umbau in eine Wechselstromlok erleichtert, den Modellen bei
Gleichstrom-Bahnern aber zu einem arg schlechten Ruf verholfen hat -
insbesondere dienen oft (zu) wenige Räder der Stromabnahme.
Mitte der 1990er Jahre wurde sogar unter den
Zweileiter-Gleichstromsystemen ein eigenes HAMO-Digitalsystem
eingeführt, das über mehr Fahrstufen verfügte und
damit sogar leistungsfähiger war als das
Wechselstrom-Digital-System (Motorola-Format). Seit dem Zukauf von
Trix 1997 wird der Markenname HAMO jedoch nicht mehr genutzt, und das
HAMO-„Gleichstrom-Digitalsystem“ (das auch ein gepulstes
Wechselstromsystem war, jedoch mit anderem Datenformat) wurde nicht
mehr weiterentwickelt und die HAMO-Komponenten nach der Entscheidung
zum HAMO-Stop dann sehr günstig abverkauft.
TRIX
Am 1. Januar 1997 übernahm Märklin
die Firma Trix aus Nürnberg mit Modellbahn-Sortimenten in den
Spuren H0 und N sowie mit dem Trix Metallbaukasten. Vorausgegangen
war über mehrere Jahre hinweg eine Kooperation, bei der Produkte
in der H0-Spur gemeinsam entwickelt wurden.
Mittlerweile wurde die Produktion
sowohl von Trix Express als auch des Metallbaukastens eingestellt, so
dass heute nur noch die Segmente Trix H0 und Minitrix (Spur N)
weitergeführt werden, ersteres ergänzt durch
Gleichstromversionen von Märklin-Modellen, anfangs mit den schon
von Hamo bekannten Schwächen, zwischenzeitlich sind aber nicht
nur diese Punkte verbessert worden, sondern viele der Verbesserungen
sind auch andersherum in die Wechselstrom-Modelle eingeflossen. Trix
H0 wurde ab 2004 durch eine Variante des C-Gleises für
Zweileiter-Gleichstrom zu einem Vollsortiment ausgebaut.
Märklin vermarktet unter der Marke
Trix H0 auch seine Modelle nach US-amerikanischen Vorbildern in
Zweileiter-Gleichstrom. Um die Kompatibilität mit Produkten der
US-Modellbahnindustrie zu gewährleisten, sind die USA-Modelle
auch in Versionen mit dort üblichen Radsätzen (RP25) und
Kupplungen (Kadee) erhältlich.
LGB
Der Gartenbahn-Anbieter LGB wurde nach
Insolvenz von Märklin im Jahr 2007 übernommen.
Hübne
Hübner Feinwerktechnik, ein
Anbieter in Baugröße 1, mit dem Märklin schon bisher
teilweise zusammengearbeitet hat, wurde 2007 übernommen.
Andere ProdukteDie Firma Märklin hat schon immer verschiedene Produkte aus
dem Bereich der Metallspielwaren hergestellt und angeboten. So begann
die Firmengeschichte mit der Fabrikation von Puppenküchen und
Puppenwagen. Zuletzt brachte Märklin im Jahr 2002 ein knapp 1 m
langes, schwimmfähiges Modell des Passagierdampfers „Viktoria“
auf den Markt.
Märklin SPRINT
1934 begann Märklin mit der
Produktion einer Spielzeugautobahn mit spurgeführten Autos
("Slotcars"). Aufgrund harter Konkurrenz stellte man die
Produktion bereits 1938 wieder ein. 1967 griff man bei Märklin
diese Idee mit der Rennbahn „Märklin Sprint“ wieder auf. Die
Realisierung erfolgte im Maßstab 1:32. Aufgrund der hohen
Produktionskosten, der damit verbundenen hohen Verkaufspreise und
niedriger Absatzzahlen wurde die Produktion 1982 eingestellt.
Heutzutage zählen diese Bahnen zu den gefragtesten
Sammlerstücken bei Rennbahnfans.
Metallbaukästen
Der Märklin-Metallbaukasten war
von Bedeutung für die deutsche Spielzeuggeschichte. Ehemals ein
Lizenzprodukt der Firma Meccano, erwarb Märklin die Markenrechte
im Jahre 1915 und nahm 1919 die Produktion mit anderen Farben auf.
Märklin stellte die Produktion dieser Metallbaukästen
anfangs der 2000er Jahre bis auf Sonderaktionen im Wesentlichen ein.
Metal Military Mission
Im Jahr 2007 stellte Märklin auf
der 58. Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg erstmals
seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Kriegsspielzeug vor. Das
Unternehmen hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen
entsprechendes Spielzeug nicht mehr anzubieten und war dieser Linie
bis 2007 gefolgt. Die unter der Bezeichnung Metal Military Mission
by Märklin (4MFOR) vertriebene Produktlinie bietet unter
anderem Modelle deutscher Panzer und Bundeswehr-Militärfahrzeuge
aus Metall.
Märklin als
Sammlerobjekt
Anlage mit Material aus den 1950er Jahren und älter: 3025,
F800 (3026), Stellwerk 473/6, Brücke 466 (rot) und 467/2 (rot)
beide von 1949, Bahnhof 419/415, Übergang 444 (grau und rot),
Gleise aus der Produktion vor dem Zweiten Weltkrieg
Da Märklin einer der ältesten
Hersteller von Modelleisenbahnen und anderem Spielzeug ist, gibt es
viele Sammler für Spielzeug von Märklin. Einzelne Objekte,
insbesondere Lokomotiven der Vorkriegszeit mit Farbgebungen der
Auslands-Lieferungen, erzielen auf Auktionen zum Teil Preise von
mehreren 10.000 Euro. Auch für alte Kataloge oder
Originalkartons werden auf Auktionen und Sammlermärkten oft hohe
Preise erzielt, in erster Linie für Modelle aus der Zeit vor
etwa 1955. Die oftmals angenommene Wertsteigerung sämtlicher
Märklin-Artikel ist jedoch ein Irrglaube.
Auf dem Büchermarkt gibt es einige
Fachkataloge, die den aktuellen Marktwert der Modelle einzuordnen
versuchen. Bekanntester und anerkannter Katalog ist der so genannte
„Koll“. Für Sammler der Modellreihen vor ca. 1965 ist auch
die „mikado Märklin-Edition“ von Interesse.
Da sich das Modellbahnhobby während
der Jahre des Wirtschaftswunders großer Beliebtheit erfreute,
stiegen die von jedem Modell produzierten Stückzahlen stark an.
Nur noch wenige limitierte Serien, wie z.B. das auf 5000 Exemplare
begrenzte Modell des Northlanders aus dem Jahre 1978,
erreichten später noch Spitzenpreise.
Allerdings ist nicht alles, was bei
Märklin in alten Fertigungsverfahren hergestellt wird, wirklich
alt: Sammler werden bei Märklin teils noch mit Sonderserien
altertümlich anmutender Produktionen bedient. Ein Beispiel sind
die 1985 in bedrucktem Blech der 1930er Jahre mit aktueller
Motorentechnik gefertigten Doppelzugpackungen zum fünfzigjährigen
Jubiläum der Spur H0. Im Jahr 2000 gab es eine Wagenpackung mit
drei Blechgüterwagen zum hundertjährigen Bestehen des
Märklin-Museums. Auch das bekannte Schweizer Krokodil mit der
Artikelnummer CCS800 (später 3015) wurde 1996 als Modell für
Märklin-Insider wieder aufgelegt, diesmal mit brauner
Farbgebung, aber technisch fast identisch mit den Modellen der 1950er
Jahre.
Mit der Herstellung der Gehäuse
vieler Lokomotivmodelle in Zinkdruckguss bleibt Märklin einer
Tradition treu, die bei den Anhängern als werthaltig und robust
gilt, von Kritikern jedoch gegenüber der sonst üblichen
Kunststoff- oder Verbundbauweisen als schlechter detaillierbar
angesehen wird.
Märklin-Insiderclub
Seit 1993 bietet Märklin für seine Kunden auch einen
hauseigenen Club an, den Märklin-Insiderclub. Mitglieder
dieses Clubs erhalten gegen einen Jahresbeitrag eine Reihe von
Leistungen: ein Abonnement der Hauszeitschrift Märklin-Magazin,
die speziell für Mitglieder herausgegebenen Insider-News,
einen Gutschein für den Jahreskatalog, sowie einen speziellen
Jahreswagen, ein speziell für die Clubmitglieder
produziertes Güterwagenmodell. Auch werden über die
Clubkarte Vergünstigungen bei Kooperationspartnern angeboten.
Zusätzlich produziert Märklin
in jeder Spurweite jedes Jahr eine einmalige Serie eines Lokomotiv-
oder Zugmodells, das nur von Märklin-Insidern erworben werden
kann. Die von Märklin dargestellte Exklusivität dieses
"Insider-Modells" ist jedoch in der Realität nicht
unbedingt gegeben, da ein Großteil der derzeit ca. 90.000
Mitglieder dieses Modell erwirbt. Zudem ordern einige Händler
mit überzähligen Bestellscheinen die Insidermodelle für
den freien Verkauf. Teilweise werden die Modelle auch, in zumeist nur
geringfügig geänderter Ausführung, kurze Zeit später
im allgemeinen Warensortiment angeboten.
Im Gegensatz zu klassischen
Modellbahnvereinen ist der Insider-Club jedoch weder ein echter
Verein, noch werden von den Mitgliedern gemeinsame Ziele, wie
beispielsweise der Bau einer Anlage, verfolgt. Märklin nutzt
diesen Club als Kundenbindungsinstrument. Zwar entstanden
verschiedene Treffen, die sich als Märklin Insider-Stammtisch
bezeichnen, doch wurden diese von Mitgliedern privat, ohne die
Mitarbeit der Fa. Märklin, ins Leben gerufen.
Das Ziel, den Mitgliedern einen
Informationsvorsprung zu verschaffen, konnte jedoch nur bedingt
erfüllt werden, da mit der raschen Verbreitung des Internets
sich dort zahlreiche Webforen zum Thema Modellbahn bildeten, wo man
die gleichen Informationen oft schneller und zudem kostenlos bekam.
Zwar bot Märklin zeitweise ein eigenes, nur für
Clubmitglieder zugängliches Webforum an, doch hat sich dieses
nicht bewährt und wurde wieder eingestellt.
Der Insiderclub wird auch für die Freunde der Marken Trix H0
und Minitrix angeboten, allerdings unter der Bezeichnung
Trix-Profi-Club.
Märklin-Händler-Initiative
(MHI)
Genausowenig wie der Insiderclub ein Club von Märklin-Freunden
ist (s.o.), ist die Märklin-Händler-Initiative eine
Initiative von Märklin-Händlern. Vielmehr ist sie wiederum
ein Marketing-Instrument, mit dem Märklin garantierte
Abnahmemengen durch den Handel erreichen will.
Im Gegensatz zum normalen Sortiment, das über Jahre zur
Bestellung vorrätig ist, werden die MHI-Produkte nur in einmalig
angeboten und sind streng limitiert, somit von besonderem Interesse
für Sammler. Inzwischen bietet Märklin aber auch weitere
limitierte Produkte ohne den Zusatz MHI an, die dann bei allen
Händlern erhältlich sind.
Märklinist
Ein Märklinist ist ein Modelleisenbahner, der sich
überwiegend oder ausschließlich mit Produkten der Firma
Märklin beschäftigt. Die Verwendung dieses Begriffes
bezieht sich dabei überwiegend auf die Baugröße H0,
Anhänger der ebenfalls von Märklin angebotenen Spurweiten 1
und Z werden seltener als Märklinisten bezeichnet.
Der Begriff entstand, als Märklin
der einzige Hersteller war, der Fahrzeuge für das
Mittelleiter-Wechselstromsystem anbot, das mit den Systemen anderer
Hersteller nicht kompatibel ist. Deshalb bezeichnete man lange Zeit
alle Anhänger dieses Systems als „Märklinisten“.
Nachdem jedoch einige Konkurrenten, die eigentlich Bahnen für
das Zweileiter-Gleichstromsystem anbieten (z.B. die Firmen Roco oder
Piko), mittlerweile auch Fahrzeugmodelle für das
Mittelleiter-Wechselstromsystem auf den Markt gebracht haben,
bezeichnet man zunehmend nur noch solche Modelleisenbahner als
Märklinisten, die sich ganz bewusst auf die Märklin-Produkte
beschränken. Märklinisten bezeichnen diese Unternehmen
teilweise abfällig als „Fremdhersteller“.
Quellen
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