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Beim Kartonmodellbau werden Modelle aus Karton und Papier gebaut. Es werden jedoch auch weitere Materialien wie Nähgarn, Nylon, Metall oder Holz zur Detaillierung verwandt. In der Regel werden Standmodelle gefertigt aber durch entsprechende Konstruktionen sind jedoch auch Funktionsmodelle möglich. Die Modelle werden aus zumeist großformatigen Kartonbögen gefertigt. Die zweidimensionalen Bauteile müssen durch Falzen und Verkleben zu einem dreidimensionalen Modell zusammengefügt werden. Die am häufigsten gebräuchliche Form ist der Modellbaubogen und weniger gebräuchlich ist die Selbstkonstruktion von Modellen. Dies wird heute in der Regel nur im Bereich der Architektur angewandt, um Einzelmodelle von Bauten herzustellen.
Die beiden alten Bezeichnungen Modellierbogen und Konstruktionsbogen beschreiben präzise, dass es um den Aufbau dreidimensionaler Modelle geht. Der PopuläreAusdruck Bastelbogen ist in Bezug auf die Leistungen versierter Modellbauer eher unzureichend. Der treffendste Ausdruck für Kartonmodelle ist zweifellos Modellbaubogen.
Aufgrund der verwendeten Materialien benötigt man auch keine aufwendigen Werkzeuge. Für den Anfang genügen Messer, Schere und Kleber aus diesem Grund ist der Kartonmodellbau ist auch für Kinder und Jugendliche geeignet. Der Kartonmodellbau ist eine der Ältesten Formen des Modellbaus und weit älter als der Plastikmodellbau und in manchen Ländern verbreiteter. Auf Lackierarbeiten kann in der Regel verzichtet werden da die Bausätze bereits bedruckt und "gealtert", sind.
Inhalt:
Geschichte
Das früheste Kartonmodell wird um das erste Drittel des 16. Jahrhunderts datiert und befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Es handelt sich um ein Sonnenuhrkruzifix von Georg Hartmann.
Ende der 1840er Jahre entstanden die ersten kommerziellen Modellbaubögen in London. Eines der ersten Motive war das Shakespearehauses in Stratford-upon-Avon.
In Frankreich und Deutschland begannen ende der 1850er mehrere Verleger Modellbaubögen zu produzieren. Und erst ende der 1950er Jahre wurden die Kartonmodellbaubögen durch den Plastikmodellbau von marktbeherrschenden Stellung im Modellbaubereich abgelöst.
Durch die Möglichkeit des Downloads von Modellbaubögen aus dem Internet haben sich die Verbreitungsmöglichkeiten weiter erhöht und der Kartonmodellbau verzeichnet seit den 1990er Jahren wieder einen Aufschwung. Auf Grund der verbesserten Konstruktionsmethoden (CAD), der Hilfe des Computers bei der Berechnung und den Texturen von Vorbildfotos lassen die Modelle oft sehr vorbildgetreuer zu konstruieren. Das Spektrum der heute angebotenen Modelle reicht von Gebäuden über Schiffe, Flugzeuge, Lokomotiven bis hin zu Raumschiffen, wobei der Hauptaugenmerk mittlerweile auf den technischen Bögen liegt.
Quellen
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