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Kibri

Logo der Firma Kibri

Die Kindler & Briel GmbH (Kibri) ist einer der ältesten Hersteller von Spielwaren aus Württemberg. Der Unternehmenssitz befindet sich in Schopfloch.

Inhalt:
  • Kibri-Sortiment
  • Kibri-Geschichte
    • Krise Übernahme und Rettung
    • Neuerungen durch die Übernahme
  • Mehr zu Kibri
  • Quellen

Kibri-Sortiment

Kibri stellt Polystyrol-Bausätze für Gebäude und Modelleisenbahnzubehör in den Maßstäben H0, N und Z sowie Modelle von Straßenfahrzeugen in H0 (1:87) her.

Kibri-Geschichte

Die Firma wurde 1895 in Böblingen unter dem damaligen Namen Kindler und Briel gegründet und stellte ursprünglich nur Metallspielzeug her. Andere Materialien stammten in der Regel von Zulieferern. Produziert wurden zahlreiche Spielwaren, vornehmlich aus Blech, unter anderem für Puppenstuben und Kaufmannsläden sowie Zubehör für Modelleisenbahnen.

Bei Sammlern alter Modelleisenbahnen besonders geschätzt sind die zwar relativ einfach aus Blech konstruierten, aber durch geschickte Formen- und Farbwahl sehr wirkungsvollen Bahnhöfe, Stellwerke, Bahnübergänge und andere Zubehöre für die Modellbahnen der Spuren 1, 0 und 00 der Jahre 1930 bis 1940 und 1949 bis 1955. Neben den Blecherzeugnissen gab es auch ein Brücken- und Rampen-Bausystem aus Holz sowie kleine Tunnel mit bemalten Holzportalen, einer Papphülle und einem Auftrag aus einem Gips-Leim-Gemisch (in den Kibri-Katalogen seinerzeit als Plastik bezeichnet).

Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Kibri bereits ab 1948/49 weiter. Es existieren Kibri-Gebäude, die offensichtlich kurz nach dem Krieg aus Dosenblech produziert wurden und die charakteristische Dosendeckelprägung aufweisen. Die Nachkriegsgebäude waren zunächst mit dem Stempel „Kibri – made in US-Zone Germany“ gemarkt. Ab ca. 1952 wurde der Stempel „Kibri – made in West Germany“ verwendet. Es ist auffällig, dass viele alte Gebäude aus dieser Zeit heute über online-Auktionen in den USA gefunden werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die hier stationierten amerikanischen Soldaten Kibri-Produkte kauften und bei der Heimkehr in die USA mitnahmen. In den Jahren 1954 und 1955 gab es Kibri-Kataloge in englischer Sprache bzw. sogar mit Preisangaben in US-Dollar.

Kibri baute die Blech-Gebäude und Holz-Tunnel vor dem Krieg mit kleinen Abweichungen insbesondere in der Farbgebung auch für das Trix Express-Sortiment sowie nach dem Krieg für das Fleischmann Spur 0-Sortiment. Es soll auch eine Zusammenarbeit mit der Firma Märklin gegeben haben, wobei sich diese Stücke durch aufwändigere Fertigung (dickere Bleche, geprägte Fensterrahmen etc.) von den üblichen Produkten unterschieden.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurde die Metallbearbeitung langsam durch die Kunststoff-Spritzgusstechnik ersetzt. Wie bei den anderen Herstellern wurde Polystyrol verwendet. Kibri wurde neben Faller zu einem der bedeutendsten Herstellern von Modellbahnzubehör.

1973 wurde die Produktion durch einen Brandanschlag auf die Böblinger Fabrik gestoppt, doch 1975 wurde hier wieder ein Neubau errichtet. Im Dezember 2007 wurde der Sitz des Unternehmens an den Standort Schopfloch im Schwarzwald im Landkreis Freudenstadt verlegt, wo sich seither schon eine Produktionsstätte befand. Damit ist nach 112 Jahren die Ära von Kibri in Böblingen zu Ende gegangen.

Das Kibri-Firmenarchiv ist bei dem Großbrand des Stammwerkes 1973 zerstört worden. Insofern ist man heute auf alte Kataloge und Sammlungen angewiesen, um die Geschichte der Firma Kibri nachzuzeichnen. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1995 hat Kibri eine Festschrift herausgegeben, die einen Überblick vermittelt. Außerdem hat Kibri einen Nachdruck des Kataloges 1937 fertigen lassen, in dem das gesamte Sortiment abgebildet ist.

Krise, Übernahme und Rettung

Im Jahre 2005 geriet Kibri in finanzielle Schwierigkeiten. Diese kamen zustande, da der bisherige Geschäftsführer, Klaus Sick, die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hatte und in Rente gehen wollte. Da aber die Nachfolgeregelung seinerzeit noch nicht geklärt war, und auch die Gesellschafter untereinander sich nicht einig waren (es gab mehrere Gesellschafter und somit auch mehrere, teilweise auch persönliche Interessen), wie es nun weiter gehen sollte, kürzten die Banken die Kreditlimits. Klaus Sick ließ sich - nicht zuletzt um die Firma zumindest noch 2006 am Leben zu erhalten - von den Gesellschaftern überreden und blieb für ein weiteres Jahr Geschäftsführer, am Jahresende 2006 ging er aber endgültig in den Ruhestand. Nach langem Hin und Her wurde - als Kompromisslösung - zu Jahresbeginn 2007 ein neuer Geschäftsführer bestellt.

Am 4. September 2007 wurde die Übernahme von Kibri (was die endgültige Rettung für das Unternehmen bedeutet) durch die Wuppertaler Firma RiRe Maschinen - ebenfalls in der Modellbaubranche tätig - bekannt gegeben. Demnach werden alle 50 Mitarbeiter von Kibri übernommen, die Verwaltung wurde im Dezember 2007 von Böblingen nach Schopfloch bei Freudenstadt verlagert. Die bisherigen Werksanlagen in Böblingen wurden verkauft. Franz Josef Roos, Geschäftsführer von RiRe Maschinen, wurde zum weiteren Geschäftsführer von Kibri bestellt.

Für den Modellbahnhandel und den Endverbraucher machte sich die Krise dadurch bemerkbar, dass viele für 2006 und 2007 angekündigte Neuheiten bis heute noch nicht ausgeliefert wurden. Inzwischen wurde der Lieferrückstand größtenteils abgearbeitet und die Neuheiten erscheinen wieder wie in den Prospekten angekündigt.

Neuerungen durch die Übernahme

Als positiv gewertet werden kann nun die Möglichkeit, dass nun auch der Endverbraucher direkt online bei Kibri bestellen kann. Mit der Möglichkeit einer Clubmitgliedschaft (15 Euro im Jahr) erhält man zudem Rabatte auf alle verfügbaren Modelle bei online-Bestellungen sowie einen einmaligen Jahresbonus. Diese Möglichkeiten wurden Ende Januar 2008 mit dem Relaunch der neuen Website eingeführt (Stand 31. Januar 2008).

Mehr zu Kibri

Der Artikel Modellbahnhersteller bietet eine weitere Übersicht über andere Hersteller für Modelleisenbahnen und Zubehör.

Quellen

  • Wikipedia freie Enzyklopädie

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