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TRIX Modelleisenbahn GmbH & Co. KG

Beitragsseiten

Die Firma TRIX Modelleisenbahn GmbH & Co. KG (so die offizielle Bezeichnung) mit Sitz in Nürnberg ist ein bekannter, traditionsreicher Hersteller von Spielwaren, vorrangig Modelleisenbahnen in H0 (1:87), (Trix Express, später auch Trix International) und in N (1:160), (Minitrix). Zur ehemaligen Produktpalette zählten auch Metallbaukästen, Morseapparate,Tonbandgeräte, Radioempfänger und eine Slot-Car-Bahn.

TRIX Modelleisenbahn GmbH & Co. KG
Unternehmensform GmbH & Co. KG
Gründung 1838
Unternehmenssitz Nürnberg
Inhalt:
  • Trix-Geschichte
  • Die Pioniere von 1838 bis 1932
  • Die Markteinführung von Trix Express 1932 bis 1941
  • Neubeginn ab 1948 und zweite Blütezeit in den 1950er Jahren
  • Handlungsbedarf in den 1960er Jahren
  • Das Ende als eigenständiges Unternehmen 1997
  • Selbsthilfe der Trix-Express-Sammler
  • Nicht nur Zweitverwerter
  • Produktpalette / Übersicht
  • Trix Metallbaukasten
  • Trix Express Batteriebahn
  • Trix Express
  • Trix Express International
  • Minitrix
  • Digitalisierung
  • Sonstige Produkte
  • Zusammenarbeit mit anderen Modelleisenbahn-Firmen
  • Zusammenarbeit mit Rüco
  • Zusammenarbeit mit Willy Ade
  • Zusammenarbeit mit Rivarossi
  • Zusammenarbeit mit Fleischmann
  • Trix als Exportschlager
  • England
  • USA
  • Frankreich
  • Holland und Schweiz
  • Siehe auch
  • Quellen

Trix-Geschichte

Die Pioniere von 1838 bis 1932

Die Wurzeln der Firma Trix lassen sich bis zum Jahre 1838 zurückverfolgen. Produziert wurden anfangs Zinnfiguren und Metallspielwaren. Aus der ursprünglichen Firma J. Haffner wurde nach einer Fusion 1925 die Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J.Haffner's Nachf. KG.

Der Markenname Trix taucht 1931 mit den ersten Trix Metallbaukästen auf. Die Experten streiten sich nach wie vor, wie der Name Trix entstanden ist. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der Name der Lieblingszigarren des Entwicklungsingenieurs Siegfried Kahn ausschlaggebend war. Für den Metallbaukasten wurde ein spezielles Drei-Loch-System entwickelt, sehr viel wahrscheinlicher ist daher, dass dieses System der Namensgeber war (deutsch: dreifach / engl. / lat.: triplex / kurzform: trix)

Die Markteinführung von Trix Express 1932 bis 1941

In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bing-Geschäftsführer Stephan Bing, Siegfried Kahn und anderen ehemaligen Mitarbeitern der Firma Bing wurde ab 1932 die Trix Express Modelleisenbahnen entwickelt und 1934 mit der Produktion begonnen.

Die Trix Express-Bahn kann als konsequente Weiterentwicklung der ab 1922 von Bing produzierten "Tischeisenbahn" angesehen werden; viele Details verraten die Herkunft. Die Bing-Tischeisenbahn hatte bereits eine Spurweite von 16 mm und zunächst Uhrwerkslokomotiven, später sogar auch elektrische Lokomotiven und eine elektrisch isolierte Mittelschiene.

Im März 1935 wurde Trix Express auf der Leipziger Frühjahrsmesse, damals noch in der sog. Spur 00, der Öffentlichkeit vorgestellt. Trix Express hatte von Anfang an das Dreischienen-Dreileiter-Gleis auf Bakelitkörper und ermöglichte zunächst einen Zweizugbetrieb auf einem Gleis. Die erste Trix Express-Lok 20/51 mit Vollscheibenrädern aus dem Jahr 1935 ist heute sehr gefragt. Märklin konnte die eigenen Serienmodelle der Spur 00-Bahn erst zur Leipziger Herbstmesse 1935 vorstellen, obwohl bei der Frühjahrsmesse schon einige Handmuster von verschiedenen Modellen gezeigt wurden.

 

In dieser Epoche waren Gleichstrommotoren bei Modellbahnen noch nicht üblich; entweder fuhr man mit Uhrwerkantrieb oder mit 14V bis 20V Wechselstrom. Noch früher wurde der Lichtstrom von 220V oder 110V sogar direkt - ohne Transformator - in die Spielzeugeisenbahn eingespeist; die Betriebsspannung wurde mithilfe von Lampenwiderständen auf rd. 60V reduziert. Aus Sicherheitsgründen wurde dies bald aufgegeben. Die Trix-Express-Lokomotiven wurden zunächst mit 14V Wechselstrom betrieben. Genauer gesagt wurden Allstrommotoren verwendet, bei denen ein Richtungswechsel nur durch zusätzliche Einrichtungen möglich ist. Bei Trix Express wurde die Fahrrichtungsumschaltung durch einen Spannungsabfall realisiert, wobei anschließend kurzzeitig mit der vollen Betriebsspannung von 14V über eine Schaltklinke und ein Schaltrad eine Schaltwalze weitergedreht wird. Märklin hat diese Fahrtrichtungsumschaltung später mit einem Überspannungsstoß von 24V umgesetzt.

 

Die Nachfrage nach der neuen Trix-Modellbahn war unerwartet hoch. Bis 1940/41 boomte der Verkauf. Trix konnte für die Spur 00 zahlreiche Neuerungen entwickeln, so z. B. 1937 den fahrtrichtungsabhängigen Lichtwechsel im Triebwagen 20/58 und im gleichen Jahr die große Schnellzuglok 20/57 mit der realen Achsfolge 2´C 1´ (bislang wurden die Loks mit reduzierter Achszahl vereinfacht gebaut) und lange Schnellzugwagen. 1939 folgte dann die automatische Standard-Kupplung an allen Loks und Wagen, das fernsteuerbare Entkupplungsgleis 20/12 sowie die fernsteuerbare Trix-Automatik-Kupplung an der Schnellzuglok 20/59. Hiermit konnte nun sogar an jeder beliebigen Stelle der Anlage entkuppelt werden. 1939 wurden auch elektrische Signale und Schalter mit Zugbeeinflussung auf den Markt gebracht. Als letzte Neuentwicklung vor der kriegsbdingten Zwangspause wurde 1940 die Tenderlok 20/56 mit der Super-Automatik (an beiden Enden fernsteuerbare Trix-Automatik-Kupplung) und einem besonderen Getriebe herausgebracht.

Stephan Bing und Siegfried Kahn waren deutsche Juden. Durch die Nürnberger Rassegesetze waren sie 1938 gezwungen, ihren Anteil am Trix-Werk zu verkaufen, und emigrierten nach England. Dort waren sie mit Unterstützung von W.J. Basset Lowke maßgeblich am Ausbau der englischen Trix-Modelleisenbahn, der Trix Twin Railways (TTR) tätig. Es ist verblüffend, dass wichtige Ersatzteile weiterhin problemlos zwischen der deutschen Trix-Express-Eisenbahn und der englischen Trix Twin Railways ausgetauscht werden können. Ebenfalls überraschend ist, dass das deutsche Trix-Werk noch bis Kriegsbeginn Fahrgestelle für die zweiachsigen Loks nach England zu TTR lieferte (die Fahrgestelle wurden durch den Schriftzug "Foreign" als Importware gekennzeichnet). Das deutsche Unternehmen wurde 1938 von Ernst Voelk erworben und trug die Firmenbezeichnung TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J.Haffner's Nachf. Durch die Übernahme der Firma durch Ernst Voelk besaß Trix seit 1938 (bis 1962) auch den traditionsreichen Hersteller von Blechspielzeug Johann Distler.

Für Trix Express wurde auch umfangreiches Zubehör sowohl durch Trix selbst als auch durch andere Firmen produziert. Zu den von Trix vertriebenen Gebäuden zählten z. B. der Bahnhof "Trixstadt" sowie dazu passend ein überdachter Bahnsteig, ein Güterschuppen und ein Lokschuppen. Ein Jahr später wurde der große Bahnhof "Trixburg" mit großer Bahnsteighalle herausgebracht. Alle Gebäude waren aus Holz gefertigt und sind heute bei Sammlern sehr gefragt. Es wird allerdings vermutet, dass die Holzgebäude nicht durch Trix selbst, sondern durch Zulieferer produziert wurden. Bislang ist es aber nicht bekannt, wer der Zulieferer war. Inzwischen tauchen perfekte Nachbauten dieser gefragten Holzgebäude auf Sammlerbörsen oder auf Internet-Auktionen auf.

Darüber hinaus gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Firma Kibri, die ihre Blechgebäude (Bahnhöfe, Bahnsteige, Brücken, Stellwerke) mit kleinen Änderungen in Farbgebung und Gestaltung auch durch Trix vertreiben ließ. Im Lieferprogramm war u. a. das bekannte und gesuchte Brückenstellwerk mit aufgesetzten Signalen.

Ab 1940/41 kam die Spielwarenindustrie in Deutschland schrittweise zum Erliegen. Es gab noch einen Trix-Katalog 1939/40 und einen Trix-Express-Dienst vom Oktober 1940. Noch vor dem Weihnachtsfest 1940 wurde die bereits erwähnte Tenderlok 20/56 auf den Markt gebracht. Eine letzte Lieferankündigung vom Februar 1941 ist bekannt, in der ein bereits reduziertes Trix Express-Programm den Händlern angeboten wird, aber auch schon weitere Einschränkungen angekündigt werden. In welchem Umfang und wie lange tatsächlich noch geliefert werden konnte, ist heute nicht mehr bekannt. Zumindest die Tenderlok 20/56 ist noch in gewissen Stückzahlen in der 1940/41er Version gebaut worden.

Auch die Trix-Produktionsstätten mussten nun auf die Fertigung von Rüstungsgütern, insbesondere feinmechanische und thermoelektrische Geräte umstellen (z. B. Morseapparate, Feldtelefone). Mit zunehmender Eskalation der Kriegshandlungen stieg auch für Nürnberg das Risiko, Ziel von Luftangriffen zu werden. Nürnberg war dabei einerseits als wichtiger Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt ein bevorzugtes strategisches Ziel und gleichzeitig durch die Nürnberger Reichsparteitage und Rassegesetze ein Ziel mit hoher symbolischer Bedeutung für die alliierten Luftstreitkräfte. Aufgrund der akuten Bedrohung erfolgte Anfang 1943 die Verlagerung der Produktion in die ländliche Umgebung Nürnbergs, nach Spalt. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch ein Teil der bereits fertiggestellten Spielzeugartikel (Trix-Express-Eisenbahnen, Metallbaukästen und Zubehör) dort eingelagert. Die Produktionsstätten in Nürnberg, Kobergerstraße 15, erhielten im Frühjahr 1945 mehrere Treffer von Spreng- und Phosphorbomben. Das Inferno war derart heftig, dass die in den Tresoren eingelagerten Handmuster einschließlich der Konstruktionspläne und Zeichnungen vollständig verglühten. Ebenso gravierend waren die Schäden an den Gebäuden, die nach Kriegsende nicht mehr genutzt werden konnten.

Neubeginn ab 1948 und zweite Blütezeit in den 1950er Jahren

Erst im Jahr 1948 wurde die Aufnahme der Spielwarenproduktion von Eisenbahnen und Metallbaukästen wieder möglich. Trotz der gerade vollzogenen Währungsreform war die Nachfrage an Spielwaren zum Weihnachtsfest 1948 unerwartet groß. Glücklicherweise konnte Trix nun auch auf die in Spalt ausgelagerten, unzerstörten Warenbestände zurückgreifen, um die Kunden wieder zu gewinnen. Mit den Umsätzen und Gewinnen dieses Weihnachtsgeschäfts wurde ein wichtiger Grundstein für den Wiederaufbau der Spielwarenproduktion in Nürnberg gelegt. Im Frühjahr 1949 lief die Spielwarenproduktion bei Trix wieder in größerem Umfang an. Bereits Ende 1949 war bis auf wenige Modelle das gesamte Vorkriegsprogramm (das Wechselstromsystem) wieder lieferbar. Für die Entwicklung neuer Trix-Produkte war noch keine Zeit.

Ab 1950 lauten die offiziellen Firmenbezeichnungen:

  • TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken GmbH , Nürnberg, bis sie 1955 neuerlich den Namen auf
  • 'TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken Ernst Voelk KG, Nürnberg) änderte.

In Folge weiterer Änderungen der Besitzverhältnisse führte Trix im Laufe der Jahre die Namen

  • TRIX-Mangold GmbH & Co KG (1971, Verkauf an GAMA)
  • TRIX-Schuco GmbH & Co (1993, Fusion mit Schuco)
  • TRIX Modelleisenbahn GmbH und Co KG (1. Januar 1997, Verkauf an die Märklin GmbH).

Bereits zur ersten Deutschen Spielwarenmesse der Nachkriegszeit, im März 1950 in Nürnberg, konnte Trix mit den Super-Modell-Güterwagen unterschiedlich dekorierte Kesselwagen, den langen gedeckten Güterwagen "Bromberg" und dem langen Rungenwagen "Köln" drei sehr detaillierte Neuentwicklungen vorstellen. Im darauffolgenden Jahr 1951 erschien mit der E-Lokomotive E-94 ein absolutes Spitzenprodukt der deutschen Spielwarenindustrie – Made in Western Germany. Hier hatte Trix neben der Super-Automatik (an beiden Enden fernsteuerbare Kupplungen) funktionsfähige Pantographen für die Oberleitung montiert - nun war sogar der Dreizugbetrieb auf einem Gleis möglich, und Trix hatte wieder technologisch die Nase vorn. Verkauft wurde dieses Spitzenerzeugnis nicht wie üblich in einer Pappschachtel, sondern in einem mit grauem Samt ausgeschlagenen roten Holzkästchen ("Schmuckkästchen"). Die E 94 007 blieb viele Jahre im Trix-Programm. In diese Zeit um 1952 fällt auch der Wechsel von der Spurbezeichung 00 nach H0.

TRIX produzierte nach dem Krieg in Westdeutschland und versorgte vor allem den Markt dort und in den angrenzenden westlichen Nachbarländern. Nach der deutschen Teilung und der Einführung getrennter Währungen konnten die Trix-Freunde in Ostdeutschland noch eine Zeitlang eingeschränkt mit Material versorgt werden, i.d.R. durch Geschenksendungen der Verwandten. In diese Marktlücke trat in der DDR neben einigen kleineren Herstellern insbesondere die Sonneberger Firma Pico (später Piko) ein, deren Produkt Pico Express sich zunächst am Trix Express orientierte, sich aber bald eigenständig entwickelte.

Bemerkenswert und kaum bekannt ist eine kleine Nachkriegsproduktion in der Tschechoslowakei, die eine enge Verwandtschaft zum Trix Express nicht verbergen kann. In Gablonz gab es vor dem Krieg eine Reihe von Betrieben, die neben Schmuck- und Feinwerkprodukten auch Gussteile für den Trix Express zugeliefert hatten. Nach dem Krieg verblieben die Werkzeuge und Gussformen dort. Auf dieser Grundlage wurden Anfang der 1950er Jahre von der Firma Gewis einfache Modelleisenbahnen produziert, die Drehgestelle und Antriebselemente des Trix Express Triebwagen 20/58 verwendeten. Die Gehäuse allerdings wurden neu aus farbigen Kunststoff in sehr futuristischer Weise gestaltet. Trix selber hatte die genannten Bauteile nach dem Krieg weiterentwickelt, die Bauteile von Gewis entsprachen aber den Vorkriegsversionen.

Seit 1953 produzierte Trix, wie viele andere Hersteller auch (mit Ausnahme von Märklin), Modelleisenbahnen mit Gleichstrommotoren.

Auch die E 94 erschien 1953 in der Gleichstromversion, als Flaggschiff des neuen Trix-Express- Gleichstrom-Programms. Sie wurde zunächst vom Umbau-Permamotor angetrieben, so bezeichnet, weil man die Erregerwicklung des Wechselstrom-Motors durch einen Permanentmagneten ersetzt und den Motor so für Gleichstrombetrieb tauglich gemacht (umgebaut) hatte. 1957 wurde bei der E 94 der Umbau-Permamotor durch den Standard-Permamotor ersetzt, der viele Jahre der Standardantrieb fast aller Trix-Triebfahrzeuge blieb.

In den 1950er Jahren waren die Wagen zunächst weiterhin aus lithographiertem Blech hergestellt. Im Jahr 1954 wurde noch eine Serie verkürzter Blech-D-Zugwagen vorgestellt, die sich an den damals neu vorgestellten 26,4m-Wagen der Deutschen Bundesbahn orientierten - allerdings auch Merkmale der Schürzenwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn beinhalteten. So waren hier die typischen Faltenbalg-Übergänge und Wülste der Vorkriegswagen nachgebildet, gleichzeitig aber schon die abgerundeten Fensterecken der Nachkriegswagen.

Bei den Güterwagen folgte eine Serie schwerer zweiachsiger Wagen aus Zinkdruckguss.

Eine besondere Neuheit aus dem Jahr 1954 war die große Förderbrücke, die vom englischen Partnerunternehmen TTR entwickelt und zusammen mit einem Selbstentladewagen auch auf dem deutschen Markt vertrieben wurde. Außerdem wurde der englische Weltrol-Tieflader mit mehreren Ladungsvarianten (Kessel, Kabeltrommel und Trafo) in Deutschland angeboten.

Der von den Trix-Freunden lang gehegte Wunsch nach einer Drehscheibe wurde vom Hersteller nie erfüllt. Begründet wurde dies damit, dass bei einer 180 Grad-Drehung der Drehscheibe die Polarität der Außenschienen vertauscht werde. Damit ginge der trix-spezifische Systemvorteil des Zwei- oder Dreizugbetriebs verloren. Dieses Argument hat allerdings viele Trix-Freunde nicht davon abgehalten, HO-Drehscheiben anderer Hersteller für Trix Express in Eigenarbeit umzurüsten.

Mitte und Ende der 1950er Jahre folgten mit dem neuen Permamotor u. a. weitere bekannte Modelle von Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn, so z. B. die Schnellzug-Elok E10, die Schnellzug-Diesellok V200, die Schnellzug-Dampflok BR01 sowie die schwere Güterzug-Elok E50, die als neues Flaggschiff sogar mit zwei Motoren ausgestattet wurde und in Verbindung mit dem schweren Gussgehäuse über eine überragende Zugkraft verfügte. Es gab zusätzlich mit der BLS-Lok Ae 4/4 ein schönes Modell einer schweizer Bahngesellschaft.

Handlungsbedarf in den 1960er Jahren

Mit weiteren Neuheiten typischer Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn in der herkömmlichen Trix-Bauweise mit Gussgehäuse und Perma-Motor (u. a. BR18.6, BR42, V100, E10.1, E410) wurde das Trix Express-Programm zunächst weiter ausgebaut. Trix musste aber schon bald auf die gestiegenen Erwartungen der Käufer hinsichtlich der Detaillierung und Farbgestaltung der Modelle reagieren. Die neuen Möglichkeiten der Kunststoffverarbeitung boten entsprechende Gestaltungsspielräume. Trix nutzte hierfür Kooperationen mit Willy Ade und Rivarossi - weitergehende Erläuterungen hierzu finden sich in den folgenden Abschnitten.

Gleichzeitig musste Trix auf den zunehmenden Marktanteil der Zweileiter-Gleichstrom-Modellbahnen und die neu eingeführte N-Spur reagieren. Im Jahr 1964 nahm Trix sowohl das Trix International-Programm als auch das Minitrix-Programm in das Angebot auf. Dadurch wurden Kapazitäten gebunden, die dem Trix Express-Programm fehlten. Die Neuheitenfülle nahm ab und erreichte bis Anfang der 1970er Jahre einen Tiefpunkt. In diesen Zeitraum fallen auch mehrere Besitzerwechsel und Wechsel in der unternehmerischen und technischen Leitung des Unternehmens. 1972 wurden noch einmal ältere Lokomotivmodelle in besonderen Farben herausgebracht (grüne 01, graue 01, graue S3/6).

Seit den 1970er Jahren wurden nur noch wenige neue Modelle für das Express-Programm angeboten. Das Programm wurde sogar schrittweise reduziert, da sich der Marktanteil immer weiter verringerte. Spätestens seit Ende der 1960er Jahre kann angenommen werden, dass Neueinsteiger sich kaum noch für das Trix Express-Programm, sondern eher für das international genormte Zweileiter-System, das einen freizügigen Austausch von Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller ermöglicht, entschieden haben. Trix versuchte mit seinem International-Programm, Marktanteile zurückzugewinnen, hatte aber inzwischen mit der Firma Roco, die mit preisgünstigen Modellen auf den deutschen Markt drängte, einen weiteren Konkurrenten.

Das Ende als eigenständiges Unternehmen 1997

Nach über sechs Jahrzehnten der Selbständigkeit geriet das Unternehmen Trix in den 1990er Jahren zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde 1997 vom Göppinger Konkurrenten Märklin vollständig übernommen, jedoch hier bislang als eigenständige Marke weitergeführt (Stand 2008). Zwischen den verschiedenen Modellpaletten der Baugröße H0 gibt es nun immer breitere Überdeckungen mit Märklin, lediglich die Anpassungen für die beiden Stromsysteme Wechselstrom (Märklin) und Gleichstrom (International) unterscheiden die Modellneuentwicklungen noch.

Die Ursachen für die wirtschaftliche Krise der Modelleisenbahn-Hersteller sind in einer gravierenden Veränderung des Marktes zu sehen. Hierfür konnten die Firmen bislang keine langfristig tragfähigen Konzepte entwickeln.

Die Firma Märklin, die inzwischen auch die Umsatzrückgänge zu spüren bekommt, zeigte an der Fortführung des Trix Express-Programms nach der Übernahme wenig Interesse und stellte dieses traditionsreiche System inzwischen weitgehend ein. Zunächst wurden hierfür keine Neuheiten mehr vorgestellt, inzwischen werden auch keine Gleise und Fahrzeuge für Trix Express mehr produziert.

Selbsthilfe der Trix-Express-Sammler

Obwohl der Hersteller nicht mehr als eigenständiges Unternehmen existiert und der Nachfolger wegen angeblicher Unrentabilität nicht weiter das Trix Express-System produzieren wird, versuchen viele Sammler und Modellbahnfreunde trotzdem an diesem System festzuhalten, um ihre Fahrzeugsammlungen zu erweitern, ihre Anlagen auszubauen und notwendige Ersatzteile zu beschaffen. Da von dem Produktionsstop nahezu die gesamte Trix Express-Produktpalette betroffen ist, konzentrieren sich manche Sammler nur noch auf bestimmte Epochen, wie z. B. die Wechselstrommodelle aus den Vorkriegsjahren oder die Zeit der ersten Gleichstrommodelle der 1950er Jahre.

Von den heutzutage hergestellten Trix H0-Modellen können nur noch wenige Loks und Wagen durch Umrüstung der Räder und Kupplungen für das Trix Express-System genutzt werden. Insbesondere bei der Ersatzteilversorgung wird man in Zukunft zunehmend auf Selbsthilfe angewiesen sein. Inzwischen produzieren engagierte Trix-Freunde die wichtigsten Ersatzteile in eigener Initiative und bieten sie auf Modellbahn-Börsen, eigens organisierte Trix Express-Treffen (z. B. in Dortmund, Beutelsbach und Zwingenberg) oder über den privaten Versand an. Auch bei Online-Auktionshäusern werden Trix Express-Freunde häufig fündig und können damit ihre Sammlungen ergänzen sowie fehlende Fahrzeuge, Gleise, Ersatzteile und sonstiges Zubehör ersteigern.

Seit 1995 existiert die IG Trix Express, eine formlose Verbindung von Trix Express-Sammlern und Fahrern mit dem Ziel, das Sterben des Trix Express-Systems zu verhindern, den Fortbestand zu sichern und die Interessen der "Trixer" zu kanalisieren. Die Trix Express-Freunde treffen sich alljährlich am ersten November-Samstag in Dortmund zu einer großen Ausstellung mit Verkaufs- und Ersatzteilangeboten. Weitere Interessenverbände von Trix Express-Freunden existieren in Großbritannien ("TTRCA") und in Holland. Auch in der Schweiz gibt es zahlreiche Trix Express-Freunde.

Nicht nur Zweitverwerter

Die auf Gleichstrom angepassten Märklin-Modelle verkauften sich teilweise sehr schlecht, wohl aufgrund unterschiedlicher Philosophie der Märklin-Sammler (Metall-Gehäuse, uneingeschränkte Abwärtskompatibilität bis 1935, teure Hightech-Motoren und diverse technische Spezialeffekte) einerseits und die der meisten Gleichstrombahner (Maßstäblichkeit, Vermeidung von Redundanzen zwischen den Herstellern, hoher Detaillierungsgrad) andererseits. Hierauf reagierte Märklin mit einer Serie von komplett für den Gleichstrom-Markt entwickelten Modellen. Diese Modelle verzichten im Gegensatz zu den „klassischen“ Märklin-Modellen auf Verkürzungen, Metallgehäuse und Spezialmotoren. Redundanzen gibt es jedoch nach wie vor – beim SBB RAm TEE existierten schließlich drei, bei der Traxx 2 gar vier Modelle verschiedener Hersteller. Mit einem maßstäblichen ICE 1 (das Modell ist weit über 4 Meter lang) hat Märklin allerdings ein Projekt gestartet, an das sich andere Hersteller bisher nicht herangewagt hatten.

Produktpalette / Übersicht

Trix Metallbaukasten

Der Trix Metallbaukasten begründete den Erfolg in den Anfangsjahren der Firma Trix. Über mehrere Jahrzehnte war der Baukasten neben den Modelleisenbahnen wirtschaftlich das zweite Standbein für das Unternehmen. Aufgrund ständig sinkender Verkaufszahlen wurde zum Jahreswechsel 1997/98 das endgültige Produktionsende beschlossen.

Trix Express Batteriebahn

Die Trix-Batteriebahn wurde zusätzlich zum bestehenden Trix Express Modellbahnprogamm von 1953 bis einschließlich 1960 in Spurweite H0 produziert. Das Marketing-Ziel im Hause Trix war die Erweiterung des Kundenkreises, vor allem auf Kinder und Jugendliche, um diese frühzeitig an das Hobby Modelleisenbahn heranzuführen. Heute sind die einfach gestalteten und in limitierter Auflage hergestellten Batteriebahnen selten geworden und damit gefragte Teile bei vielen Sammlern.

Trix Express

Gleis-System - Besonderheiten und Bauarten

Trix Express als Dreileiter-System mit durchgehendem Mittelleiter ermöglichte auf der Modellbahnanlage den gleichzeitigen, unabhängigen Betrieb von zwei, bei der Verwendung einer Oberleitung sogar von drei Zügen (Dreizugbetrieb), da die beiden Außenschienen, im Gegensatz zum Märklin-System, elektrisch gegeneinander isoliert sind. Das war der hauptsächliche Vorteil gegenüber den anderen Modellbahnsystemen, bei denen ohne Oberleitung und Einbau technischer Hilfsmittel nur ein einziger Zug gesteuert werden konnte. Dieser Vorteil an spielerischen Möglichkeiten hatte den Nachteil der mangelnden Modelltreue, die ab den 1960er Jahren von Modellbahnfreunden immer stärker gefragt wurde. Der doch deutlich sichtbare Mittelleiter störte hier viele Kunden.

Die Stromabnahme erfolgte bei Trix Express über federnd angebrachte Schleifer sowohl von der Mittelschiene als auch von einer Außenschiene.

Eine weitere Besonderheit des Trix Express-Systems sind die breiten Spurkränze, die an den Weichen einen besonders großen Abstand der Radlenker erfordern. Trix Express verwendet wie die anderen H0-Systeme die gleiche Spurweite von 16,5 mm. Das Spurkranz-Innenmaß beträgt aber aufgrund der großen Spurkränze nur 11,8 mm. Aus diesem Grund können Trix Express-Fahrzeuge ohne Umbauten nicht über Weichen der anderen H0-Systeme fahren. Tipp: falls Trix Express-Fahrzeuge an den eigenen Weichen entgleisen, hat sich das Spurkranz-Innenmaß durch Verrutschen der Radscheiben auf der Achse verändert. Mithilfe einer passenden Prüflehre kann das Maß neu eingestellt werden. Die Fahrzeuge der anderen H0-Systeme besitzen sehr viel schmalere Spurkränze. Auch hier kommt es auf den Trix Express-Weichen zu Problemen, weil die Fahrzeuge nicht korrekt durch die Radlenker in der Weiche geführt werden können. Bei Märklin-Fahrzeugen sind zudem die beiden Radscheiben einer Achse nicht elektrisch von einander getrennt, dadurch wird der unabhängige Mehrzugbetrieb behindert. In beiden Fällen hilft nur der Austausch der Radsätze.

Im Laufe der siebzigjährigen Entwicklung von Trix Express wurden auch die Schienen dem jeweiligen Stand der Technik und der Verfügbarkeit der Materialien angepasst. Um die verschieden Bauarten verbinden zu können, wurden sogenannte Übergangsgleise verwendet, die zur einen Hälfte dem alten System und zur anderen Hälfte dem neuen System entsprachen.

  • Bakelitgleise: Vom Beginn 1935 bis 1955 angeboten. Mittels Bakelit wurde das Schotterbett der Gleise nachgebildet. Die Schienen waren aus Weißblech-Hohlprofil gefertigt
  • Pappgleise: Dieses Gleissystem wurde 1953 mit den ersten Gleichstrommodellen auf den Markt gebracht. Die Schwellen waren aus Presspappe, die Schienen weiterhin aus einem Weißblech-Hohlprofil gefertigt.
  • Vollprofilgleise: Ab 1964 hatten die Schienen erstmals das Profil einer Eisenbahnschiene modellgetreu nachgebildet, es wurde das korrosionsbeständige Neusilber verwendet. Die Schwellen bestanden aus Plastik.
  • International-Gleise: Diese Gleise wurden ab 1964 angeboten und waren eine Abwandlung der Vollprofilgleise für das Zweileiter-Zweischienen-System, die Schwellen bestanden ebenfalls aus Plastik. Auf den Mittelleiter wurde verzichtet, die Weichen erhielten den engen Radlenkerabstand. Entsprechend wurden auch die Spurkänze der Radsätze kleiner ausgeführt.

Trix Express International

Trix Express International wurde 1964 als Zweileiter-System ohne Mittelleiter erstmals angeboten. Dieses System entsprach den üblichen internationalen Normen. Zunächst erfolgte die Stromaufnahme noch über Schienenschleifer, später dann mit Schleiffedern über die Rad-Innenseiten.

Die meisten Fahrzeuge wurden nun für beide Systeme, Trix Express und Trix Express International angeboten. Später wurde das Zweischienen-Zweileiter-System als Trix International, zum Schluss als Trix H0 angeboten.

Trix Express-Sammler müssen auf die Bezeichnungen Trix International und Trix H0 achten, da ein Umtausch von Radsätzen und Kupplungen notwendig ist. Dies kann bei Lokomotiven sehr aufwendig und teuer werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Fahrzeuge für das Zweischienen-Zweileiter-System oft in Trix-Express-Verpackungen angeboten werden. Dies ist insbesondere beim Kauf im Internet z. B. über Online-Auktionshäuser zu beachten, zumal viele Verkäufer diesen Unterschied nicht kennen oder nicht deutlich beschreiben.

Minitrix

Vorläufer wurden zunächst ohne Antrieb als reine Standmodelle bzw. Schiebemodelle ohne eigene Schienen in 1:180 gefertigt ("Schiebetrix"). Anfang 1964 erschienen die ersten elektrisch betriebenen Serienmodelle in N (1:160), also Spurweite N. Mit dieser Produktserie erreichte Trix noch einmal einen nationalen bzw. internationalen Durchbruch. Der Name Minitrix wurde oftmals als Synonym für Modellbahnen der Spur N benutzt.

Die Minitrix-Produkte werden auch heute noch gefertigt und sind auch international sehr populär.

Digitalisierung

  • e.m.s, die "Elektronische Mehrzugsteuerung" wurde 1973 eingeführt. Damit war es möglich, die doppelte Anzahl von Zügen auf einer Strecke gleichzeitig unabhängig voneinander zu steuern, bei Trix Express also vier, mit Oberleitung sogar sechs. Das e.m.s besteht pro Stromkreis aus einem Regler und einem Dekoder. Der Regler bezieht seinen Strom aus dem 14 V-Wechselstromausgang eines Transformators (diese Spannung wird sonst für Weichen und Beleuchtung usw. verwendet) und gibt hochfrequente Wechelspannung in die Schiene. Diese Wechselspannung überlagert sich mit der Gleichspannung aus dem Transformator (Fahrtregler), wird jedoch von den Lokmotoren nicht verarbeitet, d.h. die Lokomotiven reagieren nicht. Anders die Zugbeleuchtung: Sie wird heller und dunkler, je nach Stellung des e.m.s-Reglers, und so lassen sich statt eines getrennten Zugs mit e.m.s auch weitgehend geschwindigkeitsunabhängige Zugbeleuchtungen realisieren. In die Lok, die durch den e.m.s-Regler gesteuert werden soll, wird ein e.m.s.-Dekoder eingebaut, der die hochfrequente Wechselspannung aus dem Gleis in Gleichspannung für den Motor umwandelt, mit Umpolung für Fahrtrichtungswechsel. Bis auf die leicht geringere Endgeschwindigkeit der e.m.s-Lok reagieren die "normale" und die e.m.s-Lok auf demselben Stromkreis gleich und unabhängig.
  • Mit Selectrix begann 1983 das digitale Zeitalter der Modellbahn. Die von Trix entwickelte Vielzugsteuerung mit moderner Mikroprozessor-Elektronik ließ sich universell auch für andere Zweileiter-Markenprodukte einsetzen. Durch die Verbreitung der digitalen Steuerungen war nun auch bei anderen Anbietern ein Mehrzugbetrieb möglich. Damit ging dieser Marktvorteil des Trix Express-Systems verloren.
  • 2005 wurde Selectrix durch Trix Systems abgelöst. Dieses neue Digitalsystem basiert auf dem weit verbreiteten, herstellerunabhängigen DCC-Standard, bleibt aber kompatibel zu Selectrix. Mit Digirail, Rautenhaus und MÜT gibt es allerdings weiterhin Anbieter für Selectrix-Komponenten.

Sonstige Produkte

Zu Beginn der 1950er Jahre versuchte die Firma Trix mit kleinen Tonbandgeräten (PhonoTrix), neue Märkte zu erschließen. Das batteriegetriebene, handliche Tonbandgerät war mit einem separaten Lautsprecher ausgestattet und wurde durch den bekannten Distlermotor angetrieben. In Deutschland war das Gerät wohl wegen des relativ hohen Preises (150.- DM) nicht sehr erfolgreich.

Weitere Produkte, die in den 1950er und 1960er Jahren unter dem Namen Trix vertrieben wurden:

  • ein Rasierapparat mit Distler-Motor,
  • ein Plastik-Modell des BMW 2000 CS Coupe’ mit eingebautem Transistorradio, das Trix Radio-Car
  • eine von der Firma Lincoln produzierte Slot-Car-Bahn in 1:43, in verschiedenen Ausführungen (2-spurig, 4-spurig).

Vor dem Krieg wurden neben dem Morsetaster (Funk-Trupp) zwei Schiffsmodelle aus Blech angeboten, ein Rennboot und ein Passagierdampfer. Beide basierten auf dem gleichen Rumpf und konnten mit dem Trix-Elektromotor aus dem Metallbaukasten angetrieben werden. Weiterhin gab es einen Chemiebaukasten (Experi-Trix) und einen Elektrobaukasten. Für die ganz jungen Trix-Freunde wurde ein kleiner Baukasten für das Spielen im Sandkasten angeboten (Trix-Motosand).

Zusammenarbeit mit anderen Modelleisenbahn-Firmen

Zusammenarbeit mit Rüco

Die Firma Rückert aus Coburg baute in den 1950er Jahren filigrane Zubehöre für Modelleisenbahnen wie Lampen, Signale und Oberleitungen. Diese Signale und Lampen wurden von 1951 bis 1958 in den TRIX-Katalogen angeboten. Sie waren allerdings auch deutlich teurer als die älteren recht robusten Trix-Zubehöre und wurden daher nicht in der erwarteten Stückzahl verkauft. Heute sind diese Stücke bei Sammlern sehr begehrt. Man muss beachten, dass die Glühlampen ursprünglich nur für 2 V ausgelegt waren.

Zusammenarbeit mit Willy Ade

Ein besonderes Kapitel stellt die Zusammenarbeit von Trix mit dem bekannten Modellbahn-Konstrukteur Willy Ade zwischen 1959 und 1968 dar. Der Grund lag im rasanten Aufkommen der neuen Kunststoff-Technik, die bei den Mitbewerbern bereits in größerem Stil Einzug gehalte hatte. Sie ermöglichte es, Fahrzeugaufbauten deutlich filigraner, aber dennoch preiswerter als bisher herzustellen. Trix mit seinen Modellen in klassischer Blech- und Gußbauweise war da ins Hintertreffen geraten, es bestand dringend Handlungsbedarf. Da es schon zuvor Kontakte mit Willy Ade gegeben hatte, bot sich diese Kooperation an. Dieser hatte einige Jahre unter dem Markennamen WIAD detaillierte Gebäudebausätze aus Kunststoff produziert und vermarktet. Diese Firma wurde verkauft, nachdem zwei Partner unerwartet verstorben waren.

Willy Ade gründete 1959 zusammen mit einem anderen Partner die Firma Röwa und produzierte Kunststoffteile für Firmen wie Kibri , Herpa , Noch und die Betonindustrie, aber auch für Trix. Das erste gemeinsame Projekt war 1959 das Kunststoffgehäuse für den vierachsigen Erz-Wagen. Weitere bekannte Modelle, die während dieser Zusammenarbeit entstanden, sind neben den Schnellzugwagen in Kunststoffbauweise in 1:110 u. a. der Adler, der VT 08 der DB oder nach niederländischem Vorbild der elektrische Nahverkehrstriebwagen ELD der NS.

Den Höhepunkt erreichte die Zusammenarbeit mit der „Super-Modellserie“ zwischen 1967 und 1968. In dieser Zeit wurden sehr detaillierte, filigran gestaltete Güterwagenmodelle sowie die Dampflok T3 entwickelt. Ades weitere Planungen sahen vor, die Produktion von Trix-Express längerfristig auslaufen zu lassen und überwiegend Modelle für das Zweileiter-Gleichstromsystem anzubieten. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, denn die Zusammenarbeit zwischen Trix und Willy Ade endete nach internen Meinungsverschiedenheiten im Jahr 1968. Willy Ade vermarktete ab dem Herbst 1968 seine HO-Modelle unter dem Markennamen Röwa. Die Super-Modellserie verschwand aus den Katalogen von Trix.

Ein weiteres Projekt wurde von Willy Ade etwas später mit der Konstruktion von unverkürzten Schnellzugwagen der 26,4 m-Serie realisiert, die erneut Maßstäbe setzten und nun unter dem Markennamen Ade vertrieben wurden. Willy Ade ist auch heute noch (2007) mit dieser Firma aktiv.

Zusammenarbeit mit Rivarossi

Anfang der 1960er Jahre kooperierte Trix mit dem italienischen Hersteller Rivarossi. Rivarossi hatte bereits viele Modelle in detaillierter Kunststoffausführung im Programm und verfügte über Erfahrungen in der feinen Bedruckung von Fahrzeugnummern, Aufschriften und Reklamebildern. Trix arbeitete zu dieser Zeit noch mit erhabenen Lok- und Wagenbeschriftungen, die durch Antupftechnik farbig abgesetzt wurden.

Während dieser Zeit bot Trix verschiedene Rivarossi-Modelle nach italienischen und US-amerikanischen Vorbildern in Varianten für Trix Express an. Im Gegenzug wurden ausgewählte Trix-Express-Modelle in der Zweischienen-Zweileiter-Variante durch Rivarossi vertrieben. Hierzu gehörten u. a. die Dampflok der BR 42 und die Diesellok der BR V 36.

Die Zusammenarbeit endete, als Trix 1964 seine Trix International-Produktlinie für das internationale Zweileiter-System auf den Markt brachte.

Zusammenarbeit mit Fleischmann

Als Trix in den 1990er Jahren das Auslaufen von Trix Express ankündigte, stand die Firma ohne ein passendes Zweileiter-Gleis da. Deshalb übernahm man als Kooperationsprodukt ab 1995 das Profi-Gleis von Fleischmann. Gleichzeitig bot Trix entsprechende Startpackungen mit diesem Gleissystem, jedoch mit eigenem Fahrzeugmaterial, an.

Diese Zusammenarbeit war allerdings nur ein sehr kurzes Zwischenspiel, sie endete mit der Übernahme durch Märklin im Jahr 1997.

Trix als Exportschlager

Schon zu Beginn in den 1930er Jahren waren die Trix-Produkte ein großer Erfolg im Ausland. Sowohl der Metallbaukasten als auch die Modellbahn waren in den europäischen Ländern sehr beliebt. Hervorzuheben ist der Erfolg in Großbritannien.

England

Unter dem Begriff TTR (Trix Twin Railway) war die Trix Express-Modellbahn auch in England erhältlich. Dort gründete man 1938 ein eigenes Unternehmen und entwickelte zusammen mit dem aus Deutschland vertriebenen Stephan Bing eine eigene englische Modellpalette speziell für den englischen Markt. Ende der 1950er Jahre begann man mit der Fertigung von Kunststoffmodellen; das Dreileiter-System konnte sich dort immerhin noch bis 1967 halten, bis man auf das internationale Zweileiter-System umstellte. Anschließend wechselte das Unternehmen mehrmals den Besitzer und firmierte zeitweise auch als Trix Trains und British Trix. Das Erbe von TTR trat in den 1970er Jahren dann das britische Tochterunternehmen von Liliput an.

Noch heute haben Trix-Modelleisenbahnen einen großen britischen Sammlerkreis. Dies ist nicht nur auf die britische Insel beschränkt, sonder reicht auch bis nach Australien und Neuseeland. Ähnlich wie in Deutschland veranstaltet man auch in England Modellbahnbörsen, auf denen speziell nur Produkte von Trix angeboten werden.

USA

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Modellbahnen von Trix Express und Trix Twin von dem bekannten Spielwarenhändler F.A.O. Schwarz nach New York (USA) importiert und in eigenen Katalogen beworben. Dabei wurden auch besondere Modelle für den amerikanischen Markt angeboten. Hierzu gehört z. B. eine amerikanisierte Variante der Trix Express-Pazifik-Schnellzuglok 20/57 ohne Windleitbleche, mit schwarzen Rädern und mit einer weißen Zierlinie, die heute sehr selten ist und auf Auktionen sehr hohe Preise erzielt.

In den USA war und ist heute vor allem Minitrix ein großer Erfolg, ein reichhaltiges Produktangebot an amerikanischen Modellen steht zur Verfügung.

Frankreich

In Frankreich wurde 1938 ein heute ebenfalls sehr seltener Trix-Zug von einer Partnerfirma gebaut. Auf dem Antriebsgestell der deutschen B-Lok wurde eine braun lackierte 2´B-Lok nach dem Vorbild der französischen Nord-Lok gebaut. Passend hierzu gab es grüne vierachsige Schnellzugwagen mit Gussgehäuse auf dem Fahrgestell der TTR-Schnellzugwagen. Der gleiche Hersteller hatte für diese Fahrzeuge den ebenfalls sehr seltenen Bahnhof Clairbourg im französischen Stil hergestellt.

Holland und Schweiz

Nach dem Krieg gab es eine dunkelblaue Farbvariante der kleinen Trix E-Lok 20/55 für den holländischen Markt. In der Schweiz gab es für einige Jahre für Kunden der CO OP-Märkte Sammelmarken, die beim Erreichen einer bestimmten Punktzahl gegen eine Trix Express-Zugpackung eingetauscht werden konnten. Hierfür wurde zunächst eine grüne Gleichstromvariante der Trix E-Lok 20/55 produziert, etwas später gab es für die CO OP-Packungen zwei Plastikgehäusevarianten schweizer E-Loks auf dem Fahrgestell der Trix V36.

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