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Modellbaustudio Wilke GbR
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Spur H0

 

Die Nenngröße H0 (gesprochen „H-Null“ bzw. „Halb Null“) ist die gebräuchlichste Baugröße in der Modelleisenbahn. Sie entspricht einem Maßstab von 1:87, somit führt die Normalspurweite – beim Vorbild 1435 mm – zu einer Modell-Spurweite von 16,5 mm in H0.

Inhalt:
  • Geschichte der Spur H0
  • Herstellerin H0
  • Spurweiten in H0
  • Gleissysteme
  • Zweileiter-Gleichstrom
  • Mittelleiter-Wechselstrom
  • Dreileiter-Gleichstrom
  • Neue Entwicklungen
  • Mehr zum Thema Nenngröße H0
  • Quellen

Geschichte der Spur H0

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde für Modelleisenbahnen ein Maßstab von 1:45 (Nenngröße 0) eingeführt, aus dem eine Spurweite von 32 mm resultierte. In Frankreich hatte diese Baugröße den Maßstab 1:43,5 und in den USA 1:48.

Zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 wurde mit dem Trix Express eine elektrische Tischeisenbahn in „halber Größe Null“ vorgestellt, die damals als Spurweite 00 (Null-Null) bezeichnet wurde. Märklin folgte mit seiner 00-Eisenbahn derselben Baugröße zur Leipziger Herbstmesse 1935. Bereits 1922 hatte die Firma Bing in Nürnberg eine „Tischbahn“ auf Böschungsgleis mit der Spurweite von 16,5 mm herausgebracht, die zu dieser Zeit noch nicht mit 00 oder H0 bezeichnet wurde. Diese Bahn gab es zuerst mit Uhrwerkantrieb, ab 1924 elektrisch. Das mehr als 10 Jahre später erschienene Märklingleis in 00 hatte ganz ähnliches Aussehen wie das vorangegangene Binggleis. Zubehörhersteller wie Kibri stellten Gebäude in passender Größe vor.

Diese Baugröße, die ab 1949/50 Spurweite H0 (H-Null, halb-Null) genannt wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit zum inoffiziellen Standard in Europa. Parallel dazu etablierte sich in Großbritannien ebenfalls eine Baugröße 00, die zwar auch eine Spurweite von 16,5 mm, dafür aber einen Maßstab von 1:76 aufweist. Der weltweite Marktanteil der Spur H0 wird heute auf rund 80 % geschätzt.

Hersteller in H0

H0 ist eine der beliebtesten Spurweiten im Modelleisenbahnbau aus diesem Grund sind hier nur einige wenige Hersteller aufgelistet. Für Rollendes Material sind Hornby Railways, Mehano, TILLIG Modellbahnen GmbH & Co. KG, Piko, Fleischmann und Märklin einige Hersteller. Für Zubehör stehen Hersteller wie Viessmann Modellspielwaren, Rietze Automodelle GmbH, Wiking Modellbau, Noch GmbH & Co. KG, Herpa und Busch. Weitere Hersteller finden sich in unserem Artikel Modellbahnhersteller wieder.

Spurweiten in H0

Für den Maßstab 1:87 sind die Spurweiten in der NEM 010 festgelegt und Umfassen H0, H0m, H0e und H0f. Im Artikel Maßstäbe für Modelleisenbahnen finden sie einen Überblick über die Spurweiten in H0 (1:87)

Gleissysteme

Innerhalb der Nenngröße H0 gibt es zwei konkurrierende elektrische Basis-Systeme. Bis Ende der 1990er existierte noch ein drittes, dessen Produktion inzwischen eingestellt wurde:

Zweileiter-Gleichstrom

Jede Schiene bildet ein elektrisches Potential (Hersteller in Auswahl: Fleischmann, Roco, Piko , Trix , Röwa, Liliput, Lima, Rivarossi). Vorteil des Systems ist die breitere Auswahl an Gleissystemen und Fahrzeugmodellen; ein Nachteil ist, dass Kehrschleifen und Gleisdreiecke besondere Schaltungsmaßnahmen erfordern, um Kurzschlüsse zu vermeiden.

Mittelleiter-Wechselstrom

Beide Schienen bilden die Masse, die Mittelkontakte die Phase. Der einzige große Hersteller dieses Systems ist Märklin. Hiermit sind alle Gleisfiguren ohne schaltungstechnische Besonderheiten möglich; Nachteile sind die sichtbaren Punktkontakte im Gleis (bis Mitte der 1950er Jahre als durchgehende Mittelschiene) und die geringere Auswahl an Gleissystemen (fertige Mittelleitergleise sind wegen der geltenden Patente nur von Märklin erhältlich). Der Begriff Wechselstrom ist nach Einführung der Digitaltechnik allerdings nicht mehr korrekt, weil auch digitale Märklin-Loks einen Gleichstrommotor – Feldmagnet statt Doppelspule – haben. Ohnehin sind sämtliche Digitalsysteme, auch die der "Gleichstrombahnen", gepulste "Wechselstrom"-Systeme. Der entscheidende Unterschied ist in diesem Zusammenhang die elektrisch-funktionale Symmetrie des Gleises mit Mittelleiter.

Dreileiter-Gleichstrom (Trix Express)

Die beiden Schienen sind je einem Stromkreis zugeordnet, der Mittelleiter wird als gemeinsamer Rückleiter benutzt. Der einzige Hersteller dieses Systems war die Firma Trix; die Produktion wurde jedoch nach dem Aufkauf durch Märklin eingestellt. Bei diesem System war der unabhängige Betrieb von zwei Triebfahrzeugen auf einem Gleis ohne Oberleitung und Digitaldecoder möglich, allerdings waren die Schienen und Spurkränze deutlich höher, die Räder viel breiter als maßstäblich. Hersteller wie Mehano und Naumburg & Partner bieten neben anderen Herstellern noch einzelne Fahrzeuge, Gleise und Signale in kleinen Serien für das Trix-Express-System an.

Allen Systemen war gemeinsam, dass früher, vor der Digital-Ära, die zusätzliche, d.h. auch elektrische Verwendung einer Oberleitung einen unabhängigen Betrieb eines weiteren Fahrzeugs auf demselben Gleis gestattete. Wird dieses heute gewünscht, so wird dies mittlerweile sehr kostengünstig mit Digitalsteuerung verwirklicht. Oberleitungen werden bei modernen Anlagen unter eher optischen Gesichtspunkten, weniger aufgrund möglicher Zusatzfunktionalität verlegt.

Neue Entwicklungen

Der Gedanke, die Modelle so maßstäblich wie möglich auszuführen, hat bei den handelsüblichen Systemen seine Grenzen im Bereich der Räder und Schienen. Die handelsüblichen Modelle von Fahrzeugen weisen Räder auf, die zu breit sind und zu hohe und zu dicke Spurkränze besitzen. Bei den Schienen führt dies teilweise zu unmaßstäblichen Gleisprofilen, bei den Weichen und Kreuzungen lassen deren breite Herzstücklücken an Modelltreue zu wünschen übrig. Auch bei den Fahrzeugmodellen resultieren Maßstabs-Verzerrungen oft von den Unmaßstäblichkeiten im Rad-Schiene-System.

Um auch im Rad-Schiene-Bereich zu maßstäblichen Modellen zu kommen, begannen – zunächst in Großbritannien und seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt auch in USA und Europa – Modellbahner mit der Entwicklung exakt maßstäblicher Räder und Weichen unter dem Begriff „Proto87“ bzw P87. In Deutschland wurde diese Entwicklung unter dem Namen „H0pur“ vorangetrieben.

Mehr zum Thema Nenngröße H0

Quellen

  • Freie Enzyklopädie Modellbau Wiki

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