Hilfe bei Kontaktproblemen

Nein, es soll nicht darum gehen, wie man einen „Lebensabschnittpartner“ findet sondern um ruckeliges Fahren aufgrund von Verschmutzungen und ähnlichem.

Inhalt:
  • Häufigste Kontaktprobleme
  • Verdreckte Räder
  • Massekontakt bei kleinen Loks
  • Silber- Leitlack
  • Saubere Schienen
  • Quellen

Häufigste Kontaktprobleme

Verdreckte Räder

Eine Reihe von Güterwagen habe ich billig bei Ebay erstanden und sie sind zum Teil schon „sehr“ alt. Die Radkränze wiesen dicke Ablagerungen von Oxidation und festgebrannten Ölrückständen auf. Das ging so weit, dass solche Wagen gar keine Rückmelder mehr auslösten.

Also war eine Radreinigungsaktion fällig und zwar gleich für den ganzen Wagenpark samt Lokomotiven – je nach Verschmutzungsgrad. Nach einigen Versuchen mit Schleifpapier, Lösungsmitteln etc. kam ich auf die Lösung mit der Kleinbohrmaschine – meinem „9,90Euro-China-Baumarkt-Mini-Tool“ – mit einer kleinen Drahtbürste. Bei mittlerer Geschwindigkeit mit leichtem Druck gegen das Rad gehalten, das mit dem Finger einmal gedreht wird – nach drei Sekunden ist es sauber und poliert.

Und die Drecksplitter haben Sie im Auge, wenn Sie keine Brille tragen!

Das linke Rad auf dem Bild ist schon poliert, das rechte noch original dreckig und das Ganze ein „sehr altes Schätzchen“!

Eine solche Aktion ist sicher nicht regelmäßig notwendig – zum Glück bei meinen fast 1.000 Rädern. Mal sehen, wie es in fünf Jahren wieder aussieht! Viele Räder ohne sichtbare Ablagerungen brauchten sowieso nur einen Lappen und etwas Verdünnung. Eine spezielle Radreinigungsanlage, wie sie ja auch angeboten wird, erscheint mir jedenfalls entbehrlich. Alle Räder sind jetzt wieder blitzsauber und „sehr kontaktfreudig“.

Gleichzeitig mit der Reinigungsaktion gab es auch an jedes Lager eine winzige Menge Öl. Davon war natürlich auch nichts mehr vorhanden gewesen. Aber wirklich „nur ganz ganz wenig Öl“ nehmen, sonst spritzt später alles auf die Schienen!

Massekontakt bei kleinen Loks

Wenn große Loks stehen bleiben, liegt es fast immer an fehlendem Schleiferkontakt. Kleine Loks haben zusätzlich manchmal noch das Problem fehlenden Massekontaktes, wenn auf einer Seite nur ein Haftreifen aufliegt und auf der anderen Seite eine Unterbrechung gegeben ist.

Sofern diese Unterbrechung durch den Beginn einer Kontaktstrecke herrührt, hilft vielleicht der „Diodentrick“ (s.o.!), aber wenn es auf freier Strecke ruckelt, muss einfach ein zusätzlicher Massekontakt her.

Dazu benutze ich den ersten Wagen des Zuges und lege eine mittelstarke Litze um dessen Achsen. An der Lok am Gehäuse oder im Inneren befestige ich eine ganz dünne Litze an Masse, führe beide Drähte unter dem Wagen zusammen und verlöte sie. Damit sich Lok und Wagen noch trennen lassen, kommt in die Leitung eine einpolige Mikro-Steckverbindung! Manche Modellbahner wird es jetzt schaudern wegen des Drahtes unter dem Wagenboden, aber man schaut ja beim Fahren nicht unter die Lok und sieht den feinen Draht fast nicht.

Die Wirkung dieser Aktion beim „Glaskasten“ als Hochzeitszug oder bei einer winzigen Schönheit, der BR 89-70, war jedenfalls enorm. Ein völlig neues Fahrverhalten, so dass ich meine Loks kaum wieder erkannte! Und das ist mir entschieden wichtiger.

Sollte im Übrigen bei Dampfloks das vordere Drehgestell nicht zuverlässig mit Masse verbunden sein, sollten Sie auch dort eine entsprechende Verbesserung anbringen.

Nun ja – wenn ich ein Zweileiter-Fahrer wäre, würde ich jede Lok so ausrüsten. Der erste Wagen bekäme einseitig isolierte Achsen, die „verdreht“ eingebaut würden, so dass beide Achsen unterschiedliche Polung hätten. Und dann ginge es mit zwei Drähten nach vorn zur Lok! Das müsste den Kontakträger erheblich vermindern.

Silber – Leitlack

Hilfreich bei Kontaktproblemen ist oft auch Silber-Leitlack, wie er z. Bsp. von Busch bzw. Conrad angeboten wird. Ich habe einen Henschel-Wegmann-Zug von Rivarossi für Wechelstrom und der hatte eine grauenhaft schlechte Masseverbindung. Das war so schlimm, dass die Lok noch nicht mal korrekt die Rückmelder auslöste, während sie aufgrund ihrer großen Schwungmasse immerhin stockend fuhr.

Ich habe die Kunststoff-Räder des vorderen Drehgestells, die außen einen Metall-Radreifen haben, innen mit dem Leitlack bepinselt und dann wieder ein Kabel um die Achsen gewickelt und mit Masse verbunden. Jetzt läuft sie tadellos.

„Leider“ muss man für den Einsatzzweck den Lack recht dick auftragen, damit er ausreichend geringen Widerstand hat und bei Kurzschluss nicht weg brennt. Nur läuft der frische Lack dann in die Speichen und ist von außen sichtbar. Das nächste Mal lackiere ich die Räder sozusagen „über Kopf“, damit nichts verläuft.

Nur um mit Gleichstromrädern die Rückmelder auslösen zu können, genügt schon ein Tupfer von dem Lack als Überbrückung. So kann man leicht als Dreileiter-Fahrer das ganze Angebot von Zweileiter-Waggons nutzen!

Saubere Schienen

Ein Gleisstaubsauger ist sicher eine sinnvolle Investition. Ein Schienenschleifwagen dazu ist noch besser. Beide werden über einen alten Delta-Decoder versorgt und laufen in „Doppeltraktion“ im Verbund als „Servicezug“ mit einer schweren Güterzuglok davor im Rangiergang. Und der nicht mehr benutzte Schleifer des zweiten Wagens wird mit Schleifpapier beklebt – 400er Leinen – und dann sind die Punktkontakte auch immer sauber. Beim dem geringen Anpressdruck des Schleifers besteht sicher keine Gefahr des „Durchschleifens“ der Punktkontakte.

Dass man obendrein die Schienen regelmäßig säubert mit Lappen und Aceton, Verdünnung o.ä. dürfte sich allgemein herum gesprochen haben. Es ist doch erstaunlich, wie viel Dreck sich dabei im Lappen wieder findet!

Nach der „konzertierten Säuberungsaktion“ mit allen geschilderten Maßnahmen hat sich die Störanfälligkeit auf meiner Anlage jedenfalls deutlich vermindert.

Quellen

  • Freie Enzyklopädie Modellbau Wiki

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